Nahost

Benjamin Netanjahu auf Gegenkurs

Überraschend forsch: Benjamin Netanjahu Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

In der Kabinettssitzung zum Wochenbeginn hat Premierminister Benjamin Netanjahu überraschend forsch bekannt gegeben, dass Israel den Gaza-Plan des von US-Präsident Donald Trump eingesetzten Friedensrates (Board of Peace) »zurückweise«. Damit reagierte er offensichtlich auf Berichte, wonach er den Vorschlag der USA bereits angenommen haben soll.

Nach Sätzen voll des Lobes für die Freundschaft Israels mit den USA und seiner persönlichen mit dem Präsidenten sowie über den gemeinsamen Kampf gegen einen atomaren Iran sagte Netanjahu: »Im Gegensatz zu all jenen, die uns belehren, tun wir das, was für die Sicherheit Israels notwendig ist. Und wir können und wissen, wie wir uns – wenn nötig – selbst gegenüber unseren allerbesten Freunden behaupten müssen.« Diese starken Worte fallen zeitlich zusammen mit einer Verschärfung des Wahlkampfes in Israel, in dem politische Rivalen – auch aus den eigenen Reihen – dem Premier unter anderem vorgeworfen haben, gegenüber Washington zu viel Schwäche zu zeigen.

Lesen Sie auch

Nachdem die Hamas den 15-Punkte-Plan angeblich akzeptiert haben soll, wonach sie entwaffnet wird und der Friedensrat sukzessive den Wiederaufbau im Gazastreifen einleitet, pocht Netanjahu darauf, dass die israelische Armee (IDF) sich aus Gaza so lange nicht zurückziehen werde, wie die Hamas nicht vollständig entwaffnet ist. »Wir sprechen von echter Entwaffnung, nicht von einer fiktiven«, so der Premier.

Bereits Ende Juli hatte das israelische Sicherheitskabinett einem Pilotprojekt zum Wiederaufbau in Rafah zugestimmt und eine grundsätzliche Genehmigung für den Einsatz der internationalen Schutztruppe (ISF) und für den Zugang des »National Committee for the Administration of Gaza« (NCAG) erteilt. Davon will Netanjahu nun nichts mehr wissen. Einige der Ideen der USA »sind für uns akzeptabel, andere nicht, und wir wissen, wie wir uns diesen Dingen entgegenstellen können. Das haben wir in der Vergangenheit bewiesen, und das beweisen wir auch heute. Zudem wird die IDF weiterhin Bedrohungen für unsere Streitkräfte und unsere Bürger abwehren.« Netanjahu nutzte seine Ansprache auch dazu, nochmals zu betonen, »niemals einen Palästinenserstaat in Gaza oder im Westjordanland« zu akzeptieren.

Israel

Die Stimme, der man traut: Oren Nahari ist tot

Mit nur 70 Jahren ist der beliebte Journalist Oren Nahari gestorben. Wenige Tage nach seiner letzten Radiosendung

 13.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Militär

Gefährlicher Schwarm

Experte Danny Orbach über neue Technologie in der Kriegsführung, Herausforderungen beim Zivilschutz und den Drohnenfund in Leipzig

von Sabine Brandes  13.08.2026

Nachrichten

Warnung, Netzwerke, Jahrzeit

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  13.08.2026

Washington D.C./Jerusalem

USA weisen Katz wegen Aussagen zu israelischer Präsenz im Südlibanon zurecht

Der israelische Verteidigungsminister hatte angekündigt, die Armee werde auf absehbare Zeit im Südlibanon bleiben

 13.08.2026

Jerusalem

Huckabee verurteilt Angriffe auf palästinensisch-amerikanische Familie im Westjordanland

»Die Handlungen derjenigen, die dies dem Haus dieser Familie antun, sind kriminell«, erklärt der US-Botschafter

 13.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026