Israel

Die Stimme, der man traut: Oren Nahari ist tot

Der Journalist Oren Nahari 2015. Gegen Ende seines Lebens war er auf den Rollstuhl angewiesen Foto: Copyright (c) Flash90 2015

Der berühmte wie beliebte israelische Journalist Oren Nahari ist im Alter von nur 70 Jahren gestorben. Das gab seine Familie am Donnerstag bekannt. Er litt unter ALS, einer Erkrankung des Nervensystems. Nahari starb nur wenige Tage nach seiner letzten Radiosendung.

Seine ruhige, sichere Stimme war eine Konstante im Leben vieler Israelis, eine Stimme, der man traute. Er arbeitete einst für den nicht mehr existierenden Channel 1, den öffentlich-rechtlichen Sender Kan und Reshet Bet Radio. Über Jahre war er Auslandsreporter, aber auch Nachrichtensprecher gewesen. Bekannt war er zuletzt für seine Sendung »Schabbat mit Oren Nahari« und das Programm »Ein Jahr in einer Stunde« über die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Darin nahm er sich die Zeitspanne eines Jahres vor und sprach über alle Aspekte dieser Ära, von der Politik über die Kunst bis zur Unterhaltung und Wissenschaft.

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Am vergangenen Samstag hatte er in seiner »Schabbat«-Sendung »on air« verkündet, dass dies seine letzte sein werde, da die Krankheit »schnell voranschreite«, dass es ihm Schmerzen bereite zu atmen, zu schlucken und zu sprechen. »Ich verabschiede mich noch nicht von der Welt, nur vom Studio und vom Mikrofon«, sagte er. »Auf dieser Radiowelle, die so viele Jahre lang die meine war. Die Geschichten werden weitergeschrieben ohne mich.«

»Vergesst nicht, die Welt ist groß und komplex. Man muss sie mit offenen Augen betrachten. Das war meine Mission, und das ist meine letzte Bitte an euch: Hört nicht auf, hinzuschauen, zuzuhören und Fragen zu stellen. Und nehmt nichts als gegeben hin. Bleibt am Ball.«

Talent, Neugier, Professionalität

Nahari galt als »Renaissance Man«, jemand, der sich in fast allen Wissensgebieten auskennt. »Ihm zuzuhören bedeutete, etwas zu lernen«, erinnert sich Hannah Brown in der »Jerusalem Post«.

»Jahrzehntelang hat Oren uns allen ein Fenster zur weiten Welt geöffnet, und das tat er mit seltenem Talent, Neugier, Professionalität und offenem Herzen«, postete Präsident Isaac Herzog auf X. »Oren hinterlässt ein reiches journalistisches und kulturelles Vermächtnis und wir verlieren eine einzigartige Stimme, die wir sehr vermissen werden. Mein tiefstes Beileid gilt seiner Familie und allen, die ihn geliebt haben. Möge sein Andenken ein Segen sein.« ja

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