Die Vereinigten Staaten von Amerika wollen ihre Vermittlungsbemühungen zwischen Israel und dem Libanon in der kommenden Woche fortsetzen. Wie amerikanische und israelische Vertreter bestätigten, sollen am 14. und 15. Mai in Washington neue Gespräche stattfinden. Erstmals werden dabei neben Diplomaten auch Militärvertreter beider Seiten teilnehmen.
Nach israelischen Angaben soll es bei den Treffen unter anderem um konkrete Schritte zur Entwaffnung der Hisbollah gehen. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation verfügt trotz des politischen Drucks aus Beirut und Washington weiterhin über erheblichen Einfluss im Libanon.
Die bisherigen Gespräche gelten als außergewöhnlich, da direkte Kontakte zwischen Israel und dem Libanon auf dieser Ebene seit Jahrzehnten selten sind. Bei den beiden ersten Treffen im vergangenen Monat sei über Grundzüge eines möglichen Sicherheits- und Friedensarrangements gesprochen worden, erklärten Beteiligte. Dazu gehörten demnach ein israelischer Rückzug aus dem Südlibanon, Maßnahmen gegen die Hisbollah sowie eine spätere Normalisierung der Beziehungen zwischen Jerusalem und Beirut.
Feuerpause verlängert
Die libanesische Regierung hatte sich von den Verhandlungen vor allem ein Ende der israelischen Angriffe erhofft. Tatsächlich kündigten die USA kurz nach der ersten Gesprächsrunde Mitte April eine Waffenruhe an. Nach einem weiteren Treffen, an dem auch US-Präsident Donald Trump teilnahm, wurde diese Feuerpause um drei Wochen verlängert.
Im Süden des Libanon blieb die Lage jedoch angespannt. Die Hisbollah attackiert ihrerseits israelische Soldaten in der von Israel eingerichteten Pufferzone entlang der Grenze und beschießt regelmäßig auch den Norden Israels mit Raketen und Drohnen. Israel reagiert, indem es weiterhin nahezu täglich Ziele an, die nach Darstellung der Armee mit der Terrororganisation in Verbindung stehen.
Washington unterstützt israelische Angriffe gegen Bedrohungen durch die Hisbollah grundsätzlich, hatte aber laut Berichten lange klargemacht, dass Angriffe auf Beirut vermieden werden sollten. Erst in dieser Woche wurde erneut ein hochrangiger Hisbollah-Vertreter in der libanesischen Hauptstadt attackiert. Israel erklärte, der Mann habe Anschläge auf israelische Truppen vorbereitet.
Verknüpfung abgelehnt
Gleichzeitig versuchen die USA offenbar, die Gespräche mit Beirut von den parallelen Verhandlungen mit dem Iran zu trennen. Teheran hatte zuletzt signalisiert, beide Themen miteinander verknüpfen zu wollen. Amerikanische Stellen wiesen dies jedoch zurück.
Libanons Präsident Joseph Aoun lehnt bislang auch ein direktes Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ab. Ein solcher Schritt komme erst infrage, wenn eine Sicherheitsvereinbarung erreicht sei und Israel seine Angriffe im Libanon einstelle, sagte Aoun Anfang der Woche.
Die Regierung in Beirut bemüht sich zwar stärker als frühere Kabinette darum, den Einfluss der Hisbollah einzudämmen, muss dabei aber Rücksicht auf die fragile innenpolitische Lage nehmen. Beobachter warnen, dass ein zu harter Kurs gegen die schiitische Terrororganisation neue innere Konflikte im Libanon auslösen könnte. im