Prag

Tschechien stellt sich bei Israel-Sanktionsdebatte gegen EU-Linie

Die Außenminister Petr Macinka und Gideon Sa’ar am Mittwoch in Prag Foto: picture alliance / CTK

Bei einem Besuch des israelischen Außenministers Gideon Sa’ar in Prag hat die tschechische Regierung deutliche Unterstützung für Israel signalisiert und sich gegen mögliche EU-Sanktionen gestellt. Im Zentrum der Gespräche stand die Frage, wie weit die Europäische Union künftig wirtschaftliche oder politische Maßnahmen gegen Israel ausweiten könnte. Tschechische und israelische Medien berichteten.

Der tschechische Außenminister und Vizepremier Petr Macinka stellte sich dabei demonstrativ hinter Israel. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte er: »Die Tschechische Republik wird von diesem Moment an an der Seite Israels stehen, wir werden keine weiteren Handelssanktionen zulassen, selbst wenn wir sie als einzelnes Land blockieren müssen.« Damit stellte er auch ein mögliches Veto Prags in EU-Verfahren in Aussicht.

Noch deutlicher äußerte sich Macinka zur Frage eines möglichen Einfrierens von Abkommen zwischen der EU und Israel. »Wir werden auf keinen Fall zulassen, dass das Assoziierungsabkommen Israels mit der Europäischen Union ausgesetzt oder eingefroren wird, weder vollständig noch in irgendeinem Teil davon«, erklärte er. Zugleich machte er klar, die Position seines Landes sei in dieser Frage ein klares »Nein«.

Lesen Sie auch

Im Hintergrund der Gespräche steht eine wachsende Debatte innerhalb der Europäischen Union über den Umgang mit Israel im Kontext des Nahostkonflikts. Während einige Mitgliedstaaten auf härtere Maßnahmen drängen, positioniert sich Tschechien als einer der klaren Gegenspieler solcher Bestrebungen und sucht nach Verbündeten, um Entscheidungen im EU-Rahmen zu blockieren.

Auch Israels Außenminister Sa’ar äußerte sich in Prag deutlich zur Haltung mehrerer europäischer Regierungen. Er sprach von einem Versuch »bestimmter linker Regierungen in Europa, die EU in eine radikal anti-israelische Haltung zu ziehen«. Diese Staaten würden, so Sa’ar weiter, »in ihrem radikalen Feldzug alle Regeln brechen und gegen Europas konsensorientierte Politik arbeiten«.

Zudem warf er diesen Regierungen vor, ihr Vorgehen ziele darauf ab, »Applaus von den radikalsten und terroristischen Staaten in unserer Region« zu erhalten. In diesem Zusammenhang stellte er die Frage, ob Europas Verbündete tatsächlich »das islamische Regime im Iran, radikaler Islam und palästinensischer Terrorismus« seien. im

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026

Umfrage

66 Prozent der Unionswähler für Prüfung von AfD-Verbot

Eine Campact-Umfrage zeigt, dass die Wähler der Unionsparteien mehrheitlich für die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens sind. Auch eine Koalition mit der AfD wird von Anhängern der Mitte-Parteien deutlich abgelehnt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Ministerpräsident Sven Schulze (CDU)

Landtag von Sachsen-Anhalt

Ministerpräsidenten-Wahl: CDU will im dritten Wahlgang im Plenarsaal sein

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt will die CDU den Plenarsaal zunächst verlassen. Für einen möglichen dritten Wahlgang kündigt Fraktionschef Sven Schulze ein anderes Vorgehen an. AfD und BSW beschließen derweil einen Antrag zur Ukraine

 14.10.2026

Berlin

»Eine gute Wahl«: Bundesregierung ernennt von Schnurbein zur Beauftragten für jüdisches Leben

Die 52-jährige EU-Beamtin ist am Mittwoch offiziell zur Nachfolgerin von Felix Klein bestellt worden. Aus den jüdischen Verbänden und Gemeinden kamen unisono positive Reaktionen

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Banaszak: Emdes Fraktions-Aus war Grundlage für Sondierungen

Die Grünen-Landesvorsitzende Stahr betont hingegen, dass ihre Partei weiter »am Tisch sitzt« und auf eine Erklärung der Linken wartet

 14.10.2026

Regierungsbildung in Berlin

Schwerdtner bedauert Gesprächspause in Berlin

Die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung in Berlin liegen auf Eis. Linken-Bundeschefin Ines Schwerdtner hält die Erklärung ihrer Fraktion zu Antisemitismus dennoch für ausreichend

 14.10.2026

Berlin

Julia Klöckner: AfD-Verbotsverfahren nicht »aus dem Bauch heraus starten«

Die CDU-Bundestagspräsidentin warnt davor, die Rechtsaußen-Partei zum »Märtyrer« zu machen

 14.10.2026

Unterbrochene Sondierungen

Berliner CDU an Grüne und SPD: »Hand ist ausgestreckt«

Die Regierungsbildung zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin stockt. Nach der überraschenden Unterbrechung der Sondierungen meldet sich ein Wahlverlierer zu Wort

 14.10.2026