Jerusalem

Gideon Sa’ar verurteilt steigende Terror-Renten der Palästinenser

Außenminister Gideon Sa’ar Foto: POOL

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) steht erneut in der Kritik wegen ihrer sogenannten Terror-Renten. Sie zahlt Gehälter an Häftlinge in israelischen Gefängnissen, die israelische Juden ermordeten.

Israels Außenminister Gideon Sa’ar warf der PA vor, die Zahlungen an verurteilte Attentäter und deren Angehörige im laufenden Jahr deutlich ausgeweitet zu haben. Auf X schrieb er: »Die Palästinensische Autonomiebehörde hat ihre Zahlungen an Terroristen und deren Familien nicht eingestellt. Tatsächlich verdoppelt sie diese fast.«

Nach Sa’ars Angaben beliefen sich die entsprechenden Ausgaben der PA im Jahr 2024 auf rund 144 Millionen Dollar. In diesem Jahr habe sich die Führung in Ramallah bereits zu 214 Millionen Dollar verpflichtet – und das Jahr sei noch nicht vorbei. Der Minister forderte deshalb: »Ich rufe Europa und die Welt dazu auf, die PA für die Finanzierung des Terrorismus zur Rechenschaft zu ziehen. Stoppt Pay-for-Slay JETZT!«. »Pay for Slay« (»Bezahlung für’s Töten«) ist der englische Terminus für Terror-Renten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Anhaltende Zweifel an Reformversprechen

Während westliche Staaten darüber beraten, welche Rolle die PA künftig im Gazastreifen übernehmen könnte, geraten die altbekannten Probleme der Organisation erneut in den Fokus. Trotz immer neuer Ankündigungen von Präsident Mahmud Abbas, das System der Terror-Renten zu überarbeiten, halten die Zahlungen offensichtlich an. Medienberichte der vergangenen Tage deuten darauf hin, dass die Führung in Ramallah weiterhin entsprechende Transfers veranlasst.

Auch in Brüssel sorgt dies für Irritationen. Die Europäische Union hatte von der PA seit Monaten Zusagen für umfassende Reformen verlangt – nicht nur im Bereich der Finanzstrukturen, sondern auch in der Verwaltung und der politischen Führung. Vertreter der EU erklärten, man habe die PA bereits um eine offizielle Bestätigung gebeten, ob die Praxis über alternative Kanäle fortgesetzt werde.

Lesen Sie auch

Vorwürfe wegen extremistischen Schulmaterials

Parallel dazu rückt ein weiterer Aspekt der seit Jahren kritisierten PA-Politik wieder in den Vordergrund: die Inhalte der offiziellen Schulbücher. Eine neue Untersuchung des Instituts IMPACT kommt zu dem Ergebnis, dass die PA ihr Lehrmaterial trotz gegenteiliger Versprechen nicht überarbeitet hat. Analysiert wurden fast 300 Lehrbücher und über 70 Lehrerhandreichungen aus verschiedenen Jahrgangsstufen.

Die Studie beschreibt ein Gesamtbild, das kaum Raum für Interpretationen lässt: Gewaltverherrlichung, Dämonisierung Israels und antisemitische Darstellungen sind demnach weiterhin verbreitet. Unterrichtsmaterialien verschiedener Jahrgangsstufen zeigen laut der Analyse weiterhin Muster antisemitischer Narrative.

Die PA bemüht sich seit Monaten darum, international wieder als verlässlicher Akteur wahrgenommen zu werden – insbesondere mit Blick auf die Zeit nach dem Gaza-Krieg. Vor allem die USA und mehrere EU-Staaten würden die PA gern als zentrale Verwaltungskraft im Gazastreifen sehen. Dass die Organisation seit Jahren keine Wahlen abgehalten hat, interne Reformen verschleppt und weiterhin Terror-Renten auszahlt, erschwert dieses Vorhaben jedoch erheblich. Präsident Mahmud Abbas wurde vor 19 Jahren für vier Jahre in sein Amt gewählt. Israel lehnt jede Beteiligung der PA an der künftigen Regierung Gazas vehement ab. im

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

TV-Tipp

Doku zeigt das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Wonderwerk-Höhle

Forscher finden älteste Spuren gezielter Feuernutzung

Auch die israelische Wissenschaftlerin Liora Kolska Horwitz von der Hebräischen Universität Jerusalem ist an der bahnbrechenden Entdeckung beteiligt

 17.06.2026

Jerusalem

Likud verzichtet auf Wahlkampf mit Trump-Nähe als zentralem Thema

Parteistrategen meinen, dass Benjamin Netanjahus Verbindung zum amerikanischen Präsidenten dem Ministerpräsidenten keinen Vorteil verschaffen würde. Hintergrund ist der neue Iran-Deal

 17.06.2026

Tel Aviv

Israelischer Luftwaffenchef: Geplanter Großangriff auf Iran kurz vor Start gestoppt

Generalmajor Omer Tischler sagt, die Einsatzkräfte seien bereits vollständig für die Mission vorbereitet gewesen

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Dokumentation

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Wortlaut

Der saudische Sender »Al Arabiya English« hat das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington veröffentlicht

 17.06.2026

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026