Israelische Reservistinnen weigern sich laut einem Bericht des Senders KAN, erneut Bewachungsdienste im Gefangenenlager Sde Teiman zu übernehmen. Die Soldatinnen berichten demnach von massiver sexueller Belästigung durch festgehaltene Hamas-Terroristen der Nukhba-Einheiten sowie von schweren psychischen Folgen.
Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 seien weibliche Reservisten eingesetzt worden, um besonders gefährliche Gefangene zu bewachen. Mehrere Soldatinnen schilderten, sie hätten über Stunden mit den Terroristen arbeiten müssen – beim Essen austeilen, beim Anlegen von Handschellen und bei weiteren Abläufen.
Eine Reservistin sagte: »Wir haben ihnen Essen gebracht, sie gefesselt, waren lange Zeit mit ihnen zusammen – und in dieser Zeit masturbierten sie vor uns, warfen uns Küsse zu und versuchten, sich auszuziehen. Ihre Blicke waren erniedrigend, sie haben uns mit Blicken ausgezogen. Es war unerträglich.«
Terroristen, Mörder und Vergewaltiger
Eine andere Soldatin erklärte, sie werde in diese Funktion nicht zurückkehren, obwohl ihr deshalb Sanktionen drohen könnten. »Ich bin nicht zur Armee gegangen für so etwas«, sagte sie. »Schickt mich an die Front, in den Krieg – aber nicht vor Terroristen, Mörder und Vergewaltiger.«
Über den Stützpunkt Sde Teiman sagte sie weiter: »Dieser Ort hat tiefe Spuren bei mir hinterlassen. Ich will dienen, ich will meinen Beitrag leisten – aber nicht dort. Nicht unter diesen Bedingungen.«
Besonders belastend seien auch Situationen gewesen, in denen es keinen ausreichenden Abstand oder Schutz gegeben habe. Die Frauen berichteten, sie hätten die Gefangenen sogar beim Duschen bewachen und bei Wechseln von Handschellen begleiten müssen.
Demütigende Situationen
Dazu sagten sie: »Wir mussten sie bewachen – selbst wenn sie duschten, bei Übergaben der Fesseln. Das waren schwierige, verstörende und demütigende Situationen für Frauen. Es gab keine angemessene Trennung, keinen Schutz für uns.«
Die psychischen Folgen seien bis heute spürbar. »Wir gingen nach Hause, und nachts kamen sie in Albträumen zu uns zurück. Wir haben miteinander geweint. Wir wollten nur aus dieser Aufgabe heraus.«
Nach Angaben der Soldatinnen wurde ihnen zudem der Zugang zu psychologischer Betreuung verweigert. Beschwerden bei Vorgesetzten seien regelmäßig ignoriert worden.
Psychische Betreuung
Auch nach dem Ende des Einsatzes seien die Traumareaktionen geblieben. Laut KAN musste eine weitere frühere Wachsoldatin inzwischen stationär behandelt werden und befindet sich in langfristiger psychischer Betreuung.
Das Thema war bereits zuvor offiziell aufgegriffen worden. Israels Staatskontrolleur Matanyahu Englman hatte im April 2024 kritisiert, dass selbst Offiziersanwärterinnen zur Bewachung von Nukhba-Terroristen eingeteilt worden seien.
Er verwies dabei auf einen Bericht aus dem Jahr 2022, wonach 38 Prozent weiblicher Gefängniswärter angegeben hatten, von palästinensischen Sicherheitsgefangenen sexuell belästigt oder angegriffen worden zu sein. im
