Atlanta/Tel Aviv

Nach Vorfall mit CNN-Team: IDF suspendieren Bataillon

Generalstabschef Eyal Zamir Foto: copyright (c) Flash90 2025

Nach einem Einsatz im Westjordanland hat die israelische Armeeführung ein ganzes Bataillon vorläufig aus dem operativen Dienst genommen. Hintergrund ist ein Vorfall, bei dem Soldaten ein Team des in Atlanta beheimateten amerikanischen Senders Cable News Network (CNN) festgesetzt und mutmaßlich körperlich angegangen haben. Auch israelische Medien berichteten.

Generalstabschef Eyal Zamir sprach von einem »schwerwiegenden ethischen Vorfall«, der nicht mit den Werten der Armee vereinbar sei. »Waffen dürfen ausschließlich zur Erfüllung des Auftrags eingesetzt werden und niemals aus Rache«, erklärte er. Solches Verhalten werde innerhalb der Streitkräfte nicht toleriert.

Das betroffene Reservebataillon, das überwiegend aus ehemaligen Soldaten einer ultraorthodoxen Einheit besteht, soll nun eine Phase durchlaufen, in der »die professionellen und ethischen Grundlagen gestärkt« werden. Erst danach könnte eine Rückkehr in den Einsatz erfolgen, abhängig von weiteren Entscheidungen der militärischen Führung.

Videoaufnahmen belasten Soldaten

Der Vorfall ereignete sich bei Dreharbeiten im Norden des Westjordanlands nahe einem umstrittenen Siedlungsposten. Auf von CNN veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie bewaffnete Soldaten auf das Reporterteam zugehen und dieses auffordern, sich auf den Boden zu legen.

Nach Darstellung des Senders wurde ein Kameramann zeitweise in den Würgegriff genommen. Zudem seien Ausrüstungsgegenstände beschädigt worden. Die Journalisten berichteten außerdem, sie seien über einen längeren Zeitraum festgehalten worden.

Lesen Sie auch

Die Streitkräfte (IDF) bestätigten, dass es bei dem Einsatz zu »mehreren Fehlverhalten« im Umgang mit den Reportern gekommen sei. Gleichzeitig betonte sie, die Soldaten hätten ursprünglich den Auftrag gehabt, die Lage rund um den Siedlungsposten zu sichern und Zusammenstöße zwischen Siedlern und Palästinensern zu verhindern.

Problematische Äußerungen

Besonders brisant sind Äußerungen einzelner Soldaten, die ebenfalls auf Video festgehalten wurden. Demnach erklärten sie gegenüber den Journalisten, das gesamte Westjordanland gehöre dem jüdischen Volk und dem Staat Israel. Einer der Beteiligten begründete sein Handeln mit persönlichen Motiven und fragte einen Reporter: »Wenn dein Bruder getötet worden wäre, was hättest du getan?«

Die Armeeführung distanzierte sich ausdrücklich von solchen Aussagen. Diese stünden weder im Einklang mit den Werten der IDF noch mit dem Auftrag der eingesetzten Einheiten.

Nach Angaben des Militärs wurden die Journalisten nach einer Sicherheitsüberprüfung wieder freigelassen. Die Vorwürfe, ein Soldat habe Gewalt angewendet, werden derzeit von der Militärpolizei untersucht. Zugleich weist die Armee Darstellungen zurück, wonach die Soldaten den Siedlungsposten unterstützt hätten. Vielmehr seien sie eingesetzt worden, um das Gebiet zu sichern, bis Polizeikräfte den Posten räumen.

Die Streitkräfte betonten, man respektiere die Pressefreiheit und bedaure den Vorfall. Es habe direkten Kontakt zu den betroffenen Journalisten gegeben, einschließlich einer persönlichen Entschuldigung, hieß es. im

Nahost

Israel warnt Hamas wegen Drachenflügen

Nach einer Lagebesprechung erklärten Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz, mögliche Angriffe würden sich gegen diejenigen richten, die für die Starts verantwortlich seien

 24.08.2026

Westjordanland

Israelischer Zivilist bei Messerangriff im Westjordanland verletzt

Auf Aufnahmen, die in sozialen Medien verbreitet wurden, ist zu sehen, wie ein Angreifer den Mann von hinten überrascht und mehrfach auf ihn einsticht

 24.08.2026

Gaza

Katz droht Hamas wegen Drachen mit harter Reaktion

Nachdem mehrere Drachen im israelischen Grenzgebiet zu Gaza gefunden wurden, kündigt der Verteidigungsminister gezielte Angriffe an

 23.08.2026

Nachrichten

Rückkehr, Diplomatie, Alltag

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  23.08.2026

Jerusalem

Opposition fürchtet Einflussnahme auf die Wahlen durch Netanjahu

Oppositionspolitiker Yair Golan und Naftali Bennett üben ungewohnt scharfe Kritik am Premierminister und äußern Zweifel am fairen Ablauf des Wahlkampfs

von Sabine Brandes  23.08.2026

Jerusalem

Israel-Wahl: Neue Umfrage bestätigt anhaltendes politisches Patt

Nach einer Umfrage von »Zman Israel« haben nach wie vor weder das Pro- noch das Anti-Netanjahu-Lager eine klare Mehrheit

 23.08.2026

Deutschland

Weil er sich israelsolidarisch äußerte: Mann wird mit Cuttermesser an Berliner U-Bahnhof angegriffen

Die Hintergründe

 22.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Der Mann hatte versucht, Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Wie sich herausstellte, war er der Vater eines prominenten Terroristen

 21.08.2026