Israel

Neue Hoffnung auf günstige Flugtickets

Eine Boeing 747 der Lufthansa am Ben Gurion-Flughafen Foto: picture-alliance/ dpa

Es ist ein Signal, auf das Reisende und die Tourismusbranche seit Monaten gewartet haben: Mit der Lufthansa-Gruppe und Wizz Air kehren zwei wichtige Namen in den internationalen Flugverkehr nach Israel zurück. Nach einer langen Phase von Flugstreichungen könnte sich damit passend zum Sommer eine Entwicklung abzeichnen, die Israelis Hoffnung auf mehr Verbindungen und günstigere Preise macht.

Die Rückkehr der Fluggesellschaften markiert das Ende einer außergewöhnlich langen – und immer wieder verlängerten – Unterbrechung. Seit dem Krieg gegen den Iran und der damit verbundenen Sicherheitslage hatten zahlreiche internationale Airlines ihre Verbindungen nach Israel ausgesetzt oder verschoben. Erst nachdem sich die Lage beruhigte und die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ihre Warnungen lockerte, beginnen nun erste Gesellschaften mit der Rückkehr.

Lufthansa-Gruppe will Flüge schrittweise aufnehmen

Die Lufthansa-Gruppe kündigte an, ihre Flüge schrittweise wieder aufzunehmen. Den Anfang macht Austrian Airlines am 1. Juni. Einen Monat später folgen Swiss und Lufthansa selbst, die wieder Verbindungen aus München und Frankfurt anbieten wollen. Brussels Airlines soll als letztes Unternehmen der Gruppe am 24. Oktober zurückkehren.

Die Bedeutung dieser Ankündigung reicht weit über einzelne Flugverbindungen hinaus. Vor dem Gaza-Krieg, der nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 begann, waren rund 100 ausländische Fluggesellschaften in Israel aktiv. Heute liegt ihre Zahl bei weniger als zwei Dutzend. Viele internationale Airlines hatten sich wegen der anhaltenden Sicherheitsrisiken zurückgezogen oder ihren Betrieb immer wieder kurzfristig ausgesetzt. Dadurch stiegen Ticketpreise teils deutlich an, während die Auswahl an Reisezielen schrumpfte.

Ein wichtiger Auslöser für die Rückkehr der Fluggesellschaften war eine neue Einschätzung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die Behörde lockerte ihre bisherige Empfehlung für den israelischen Luftraum deutlich. Statt Fluggesellschaften grundsätzlich von Flügen nach Israel abzuraten, fordert sie nun lediglich »erhöhte Wachsamkeit«. Für viele Airlines gilt das als Signal, dass sich die Sicherheitslage zumindest teilweise stabilisiert hat.

Ian Malin (Wizz Air): »Sicherheit bleibt die oberste Priorität, doch die die gelockerten EASA-Richtlinien haben den Weg geebnet, Israel wieder mit den europäischen Drehkreuzen zu verbinden.«

Als erste größere ausländische Fluggesellschaft will Wizz Air bereits am 28. Mai den Betrieb wieder aufnehmen. Der Chief Commercial Officer des Unternehmens, Ian Malin, sprach von einer »vorsichtigen und schrittweisen« Rückkehr auf den israelischen Markt. »Sicherheit bleibt die oberste Priorität.« Zugleich betonte er, dass die gelockerten EASA-Richtlinien den Weg dafür geebnet hätten, Israel wieder mit den europäischen Drehkreuzen der Billigfluggesellschaft zu verbinden.

Auf Wizz Air wird besonders aufmerksam geschaut. Die ungarische Billigfluggesellschaft galt lange als Hoffnungsträger für einen grundlegenden Wandel des israelischen Luftverkehrs. Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium plante das Unternehmen einen dauerhaften Hub am Ben-Gurion-Flughafen – mit dem Ziel, mehr Wettbewerb zu schaffen und Flugpreise zu senken.

Die Pläne waren ehrgeizig: Wizz Air wollte rund eine Milliarde Dollar investieren, zehn Flugzeuge dauerhaft in Israel stationieren und etwa 50 zusätzliche Flugrouten schaffen. Tausende Arbeitsplätze sollten entstehen. Um das Projekt zu ermöglichen, änderte Israel sogar bestehende Regeln: Ein Verbot, ausländische Flugzeuge über Nacht am Ben-Gurion-Flughafen zu stationieren, wurde aufgehoben, trotz Widerstands israelischer Fluggesellschaften.

Vorhaben des Wizz-Hub in Israel stockt

Doch inzwischen stockt das Vorhaben. Verkehrsministerin Miri Regev legte die Gespräche über eine dauerhafte Wizz-Air-Basis vorerst auf Eis, nachdem die Airline ihre Rückkehr nach Israel erneut verschoben hatte. Gleichzeitig belasten steigende Treibstoffpreise besonders Billigfluggesellschaften. Es ist ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor.

Dennoch zeichnet sich vorsichtiger Optimismus ab. Die Rückkehr großer europäischer Airlines signalisiert, dass internationale Anbieter wieder Vertrauen in den israelischen Markt fassen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen und weitere Fluggesellschaften folgen, könnte sich die Situation für Reisende spürbar entspannen. Der Sommer in Israel könnte am Ende vielleicht doch günstiger werden, als viele noch vor wenigen Monaten erwartet hatten.

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