Jerusalem

Klima-Forscher: Teile Israels könnten unbewohnbar werden

Auch das Jordantal könnte laut Klimaexperten unbewohnbar werden. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israel erlebt nach Einschätzung von Fachleuten bereits heute deutlich extremere Wetterlagen als früher. Hitzewellen, Starkregen, Hagel und ungewöhnlich starke Staubstürme nähmen zu. Wissenschaftler warnen nun davor, dass Teile des Landes in einigen Jahrzehnten kaum noch bewohnbar sein könnten.

In einem Bericht von »Ynet« äußerten sich der Klimaforscher Oded Potchter vom Holon Institute of Technology sowie Menachem Luria von der Hebräischen Universität Jerusalem zu den langfristigen Folgen der Erderwärmung. Beide rechnen demnach mit steigenden Temperaturen und einer Zunahme von Staubereignissen, was auch die Luftqualität erheblich verschlechtern könnte.

Potchter wurde von der Publikation mit den Worten zitiert, in den vergangenen 15 Jahren habe die Zahl der Staubstürme zunächst eher abgenommen. Das laufende Jahr sei jedoch »außergewöhnlich« gewesen – sowohl mit Blick auf die Häufigkeit als auch auf die Intensität solcher Ereignisse. Ursache seien unter anderem trockenere Böden und höhere Temperaturen, wodurch mehr Staub in die Atmosphäre gelange.

Mehr als 50 Grad Celsius

Besonders alarmierend äußerte sich Luria zu den künftigen Sommermonaten. In manchen Regionen könnten Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius erreicht werden. »Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es deutlich schwerer sein, an Orten zu leben, an denen regelmäßig 50 Grad herrschen«, sagte er.

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Als besonders gefährdet gelten laut dem Bericht der südliche Arava-Raum, Eilat sowie das Jordantal. Dort könnten die klimatischen Bedingungen langfristig so extrem werden, dass ein normales Leben kaum noch möglich sei.

Luria verwies außerdem auf die Rolle großer Industriestaaten beim globalen Temperaturanstieg. Vor allem die starke Nutzung von Kohle in den USA und China trage erheblich zu steigenden Emissionen bei. »Der Energiebedarf wächst, und die Antwort darauf war mehr Kohle – das ist der größte Feind der Klimastabilität«, sagte er.

Rückkehr des Wetterphänomens El Niño

Nach Einschätzung der Experten verändern sich schon jetzt die Jahreszeiten. Die Sommer würden länger, die Winter kürzer. Hinzu komme die Rückkehr des Wetterphänomens El Niño, das bestehende Extreme zusätzlich verstärken könne. Potchter zufolge könnte die nächste El-Niño-Phase besonders kräftig ausfallen und bereits ab Juli für einen heißen und schwer berechenbaren Sommer sorgen.

Die Forscher mahnen deshalb zu langfristigen Anpassungsmaßnahmen. Ohne entschlossenes Handeln könnten vor allem besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen in Israel und der Region vor kaum lösbaren Problemen stehen. im

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