Tel Aviv

Klimawandel unter der Stadt: Kampf gegen steigende Grundwasserstände

Eine überschwemmte Tiefgarage im südlich von Tel Aviv gelegenen Ness Ziona Foto: Copyright (c) Flash 90 2020

In Tel Aviv wird eine wenig beachtete Folge des Klimawandels zunehmend sichtbar: Das Grundwasser steigt und dringt in unterirdische Gebäude vor. Ein führender Hydrologe der israelischen Wasserbehörde warnt, dass Stadtplaner und Bauunternehmen diese Entwicklung bisher unterschätzt haben und dringend Vorsorge treffen müssen. Die »Times of Israel« berichtete.

In mehreren Stadtteilen seien bereits Tiefgaragen und Kellerräume betroffen, berichten Experten. Ursache ist demnach der ansteigende Meeresspiegel im Mittelmeer, der im östlichen Mittelmeerraum schneller zunimmt als im globalen Durchschnitt. Wenn Meerwasser weiter ins Landesinnere vordringt, verdrängt es das Süßwasser im Untergrund und hebt den Grundwasserspiegel an – ein schleichender Prozess mit potenziell gravierenden Folgen.

Simulationen der Wasserbehörde zeigen, dass der Grundwasserspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts je nach Szenario um mehrere Dutzend Zentimeter ansteigen könnte, besonders in Küstennähe. Selbst weiter entfernte Stadtgebiete müssten mit messbaren Veränderungen rechnen. Für die dicht bebauten Küstenstädte Tel Aviv, Netanja und Aschdod wurden vergleichbare Risiken identifiziert.

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Veränderte Bedingungen

In einem Fachbericht warnte der Hydrologe, dass steigendes Grundwasser die städtische Infrastruktur massiv belasten könnte. Es bestehe die Gefahr, dass Entwässerungssysteme überlastet werden und Überschwemmungen häufiger auftreten. Auch Trinkwasserleitungen, Abwassersysteme, Strom- und Kommunikationsnetze sowie die Stabilität von Gebäuden könnten beeinträchtigt werden, wenn sie nicht auf die veränderten Bedingungen ausgelegt sind.

Gleichzeitig betonte der Experte, dass bisherige Fälle von eindringendem Wasser oft auf Baufehler zurückzuführen seien. Tiefgaragen und Keller hätten besser abgedichtet werden müssen. Dennoch forderte er, Gefahrenzonen systematisch zu kartieren und kritische Infrastruktur in einem dreidimensionalen Modell zu erfassen, um langfristige Risiken zu minimieren.

»Das Problem ist nicht so akut wie eine iranische Rakete«, sagte er laut »Times of Israel«. »Aber es passiert kontinuierlich. Wir haben Zeit, uns vorzubereiten – wenn wir sie nicht nutzen, werden wir Schwierigkeiten bekommen.« im

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