Judenhass

Bayerisches Hotel verschickt antisemitische Nachricht an Israeli

Foto: Screenshot/Israelisches Generalkonsulat

Ein Hotel im bayerischen Lam hat israelischen Reisenden mit einer offen antisemitischen Begründung die Buchung verweigert. Nach Angaben des israelischen Generalkonsulats in München erhielten die Betroffenen über die Buchungsplattform booking.com die Nachricht: »Tut uns leid, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.«

Dieser Vorfall verbreitete sich in den sozialen Medien. Israelische Zeitungen berichteten ebenso über den Vorfall.

Die Israelis hatten versucht, ein Zimmer im Hotel »Zum Hirschen« nahe der tschechischen Grenze zu reservieren. Nach Erhalt der Nachricht wandten sie sich an booking.com. Daraufhin wurde die Unterkunft von der Plattform entfernt und kann dort derzeit nicht mehr gebucht werden. Auch das israelische Generalkonsulat in München schalteten sie ein.

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Nach einer Prüfung bestätigte sich nach Angaben der israelischen Diplomaten die Echtheit der Nachricht. Das Hotel habe zunächst bestritten, für die Mitteilung verantwortlich zu sein. Später sei jedoch eingeräumt worden, dass ein Mitarbeiter die Nachricht verschickt habe.

Die israelische Generalkonsulin in München, Talya Lador, reagierte empört. Auf der Plattform X schrieb sie: »Sind wir wieder in den 1930er Jahren? Ein Hotel hat einem Israeli folgendes geantwortet: ›Sorry, there are no Jews allowed in our hotel‹. Ich bin froh darüber, dass booking.com
dieses Hotel von seiner Homepage verbannt hat.«

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Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert eine juristische Untersuchung. »Die menschenverachtende Aussage ‚keine Juden erlaubt‘ lässt sich unabhängig vom Versuch ihrer Kontextualisierung keinesfalls rechtfertigen«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. »Meine Erwartung ist, dass dieser Vorfall auf seine strafrechtlichen Konsequenzen überprüft wird.«

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Der Fall wurde inzwischen an den Antisemitismusbeauftragten des bayerischen Justizministeriums weitergeleitet. Dort wird geprüft, ob rechtliche Schritte möglich sind. Ob daraus ein förmliches Verfahren entsteht, ist derzeit noch offen.

Das Hotel in Lam soll sich inzwischen beim Adressaten der antisemitischen Nachricht entschuldigt und ihn eingeladen haben. Die Message sei von einem Mitarbeiter aus Frust über eine Welle an Fake-Reservierungen verfasst worden.

Zentralratspräsident Schuster kritisiert das Hotel dennoch scharf: »Auch wenn ich die Entschuldigung für diese inakzeptable Äußerung zur Kenntnis genommen habe, bleibt es schockierend, dass jemand diesen Gedankengang nicht nur haben, sondern auch verschriftlichen und verschicken würde.«

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Eine Serie von Meldungen über Anfeindungen gegen Juden und Israelis in Europa und Nordamerika wird seit dem 7. Oktober 2023 registriert, als die palästinensische Terrororganisation Hamas 1200 Menschen in Israel ermordete und 251 als Geiseln nach Gaza verschleppte. Erst vor wenigen Tagen berichteten zwei jüdische US-Amerikanerinnen, ihnen sei wegen ihrer Davidstern-Ketten der Zutritt zu einer Sauna in Barcelona verweigert worden.

Bereits zuvor hatten israelische Touristen in Kalifornien über Beschimpfungen durch einen Hotelmitarbeiter geklagt. Videoaufnahmen zeigten, wie dieser die Gäste unter anderem als »Babymörder« bezeichnete und sie zu ihrem Militärdienst in Israel befragte.

Auch in Deutschland bleibt Antisemitismus ein gravierendes Problem, wie alarmierende Zahlen und Vorfälle belegen. In Flensburg wurde gestern ein Geschäftsinhaber zu einer Geldstrafe und sechs Monaten Bewährung verurteilt, da er ein antisemitisches Schild in seinem Schaufenster installiert hatte. Die Aufschrift: »Hausverbot für Juden«.

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