Wetter

Hochsommer im April

Abkühlung ist dieser Tage in Israel dringend nötig - obwohl der Kalender noch Frühling zeigt. Foto: Flash 90

In Israel ist der Sommer da – zumindest, wenn man auf das Thermometer schaut. Frühling hat es in diesem Jahr kaum gegeben. Gefühlt ging es fast übergangslos vom nahöstlichen Winter in die drückende Sommerhitze über. Schon Mitte April erinnern die Temperaturen vielerorts eher an den Hochsommer als an eine Übergangszeit.

Der israelische Wetterdienst warnte in dieser Woche vor einer außergewöhnlich frühen Hitzewelle. Bereits am Mittwoch stiegen die Temperaturen im Zentrum des Landes auf 35 bis 37 Grad, begleitet von dunstigen, teils stark staubbelasteten Bedingungen. Der meteorologische Dienst Israels teilte mit, es seien »in vielen Regionen des Landes ungewöhnlich heiße bis sehr heiße und trockene Bedingungen« zu erwarten. Besonders die Kombination aus Hitze und Saharastaub sorgt für belastete Atemluft und eingeschränkte Sicht.

Am Donnerstag setzte sich der Temperaturanstieg fort. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird nach Prognosen am Freitagvormittag erreicht. Dann könnten die Werte in Teilen des Nordens, in der Negevwüste sowie in der Küstenebene und im Großraum Tel Aviv an die 40-Grad-Marke heranreichen.

Ostwinde verschlechtern die Luftqualität zusätzlich

Gleichzeitig wehen teils starke Ostwinde, die den Staub weiter aufwirbeln und die Luftqualität zusätzlich verschlechtern. Für Risikogruppen gilt die Empfehlung, Aufenthalte im Freien möglichst zu vermeiden und körperliche Anstrengungen zu reduzieren.

Doch die extreme Hitze soll nicht von Dauer sein. Bereits am Freitagnachmittag rechnen Meteorologen mit einem abrupten Wetterumschwung. Innerhalb weniger Stunden könnten die Temperaturen um rund zehn Grad fallen. Gleichzeitig werden kräftige Winde erwartet, die die Wetterlage weiter destabilisieren.

Im Süden des Landes könnte dieser Wechsel von lokalen, teils heftigen Regenfällen begleitet werden. Besonders in den trockenen Flussläufen des Negev, der Arava und rund um das Tote Meer besteht die Gefahr von Sturzfluten.

Klimaforscher sehen Hitzewellen als Teil eines größeren Trends

Auch am Wochenende bleibt die Wetterlage wechselhaft: Die Temperaturen sinken weiter und nähern sich wieder den jahreszeitlichen Durchschnittswerten, während vereinzelt noch Niederschläge möglich sind.

Dass Israel bereits im Frühling mit solchen Extrembedingungen konfrontiert ist, sehen Klimaforscher als Teil eines größeren Trends. »Der östliche Mittelmeerraum gehört zu den Regionen, die sich besonders schnell erwärmen«, erklärt der Klimaforscher Colin Price von der Universität Tel Aviv. »Hitzewellen werden häufiger, intensiver und beginnen oft früher im Jahr. Wir sehen auch längere Hitzeperioden und kürzere Übergangsphasen zwischen Winter und Sommer.«

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Benjamin Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026