Jerusalem

Netanjahu spielt Trumps Beschimpfungen herunter

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch vor seinem Büro in der Knesset Foto: copyright (c) Flash90 2026

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Berichte über eine verbale Entgleisung von US-Präsident Donald Trump in einem Telefongespräch verharmlost. Trump soll ihn dabei als »fucking crazy« (vulgäre Form von »total verrückt«) bezeichnet haben. Netanjahu ging auf den konkreten Wortlaut nicht ein, stellte aber klar, dass die Beziehung zwischen beiden Regierungschefs weiterhin stabil sei.

In einem Interview mit CNBC in Jerusalem sagte Netanjahu, er wolle sich nicht im Detail zu dem Gespräch äußern. Zugleich betonte er, dass es trotz Differenzen über militärische Fragen im Zusammenhang mit dem Iran und den Kämpfen im Libanon keine grundlegende Verstimmung gebe.

Netanjahu stellte die Beziehung zu Trump als eng und funktional dar. Beide Politiker würden sich regelmäßig austauschen und im Kern dasselbe Ziel verfolgen, nämlich den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern.

»Gute Freunde«

»Ich werde nicht auf Details eingehen«, sagte Netanjahu mit Blick auf den umstrittenen Telefonkontakt. Die Zusammenarbeit sei trotz gelegentlicher Spannungen intakt. »Manchmal gibt es, wie in den besten Familien, solche taktischen Meinungsverschiedenheiten. Aber wir finden immer einen Weg, das zu klären, und zwar als gute Freunde.«

Lesen Sie auch

Trump selbst bestätigte später in einem Interview, dass er Netanjahu als »fucking crazy« bezeichnet habe, stellte dies jedoch als Ausdruck einer zuweilen hitzigen, aber fortgesetzten Zusammenarbeit dar.

Im Gespräch mit CNBC betonte Netanjahu zugleich, dass Israel und die Vereinigten Staaten weiterhin bereit seien, militärisch gegen den Iran vorzugehen, falls dies notwendig werde. Teheran spiele »mit dem Feuer«, so der Regierungschef.

Globale Bedrohung

Eine erneute militärische Eskalation sei nicht ausgeschlossen. »Iran weiß sicher, was gesagt wurde, dass es bei Bedarf eine vollständige Rückkehr zu militärischen Aktionen geben wird«, sagte er und fügte hinzu: »Es ist die Entscheidung eines Präsidenten. Israel ist bereit, und die US-Streitkräfte sind bereit.«

Netanjahu bezeichnete den Iran erneut als Bedrohung, die weit über Israel hinausgehe. Ziel Teherans sei es, sowohl Israel als auch westliche Demokratien zu schwächen oder zu zerstören. »Wenn wir gegen den Iran und seine Stellvertreter kämpfen, kämpfen wir nicht nur unseren Krieg, sondern auch Ihren Krieg und ehrlich gesagt auch Europas Krieg.«

Gleichzeitig sprach der Premier von einer geschwächten Position des iranischen Regimes, wollte jedoch keine Prognosen über dessen möglichen Zusammenbruch abgeben.

Zudem wies er internationale Kritik an Israels Vorgehen im Krieg zurück und warf Medien sowie sozialen Plattformen die Verbreitung falscher Darstellungen vor. Für ihn sei entscheidend, die eigene Bevölkerung zu schützen, auch wenn dies negative Schlagzeilen bedeute. im

Libanon

Ist die Bromance zwischen Bibi und Trump am Ende?

Wie Washington die Konflikte im Nahen Osten ordnen will und Israel dabei zunehmend in eine Zuschauerrolle drängt

von Sabine Brandes  04.06.2026

Alon Schvut

Charedim greifen Haus des Vizepräsidenten des Obersten Gerichts an

Dutzende Randalierer beschädigten Fenster, Fahrzeuge und weitere Teile des Grundstücks. Hintergrund ist der Protest gegen die Einziehung ultraorthodoxer Männer zum Militärdienst

 04.06.2026

Terroropfer

Sterbliche Überreste in Kfar Aza entdeckt: Familie eines Hamas-Opfers hofft auf Gewissheit

Angehörige des am 7. Oktober 2023 ermordeten Nirel Zini finden menschliche Knochen. Gehören sie zu ihm?

 04.06.2026

Washington D.C.

Israel und Libanon verständigen sich auf Waffenruhe – Umsetzung hängt von Hisbollah ab

Die Vereinbarung steht unter der Bedingung, dass die vom Iran unterstützte libanesische Terrororganisation ihre Angriffe vollständig einstellt

 04.06.2026

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026

Flugverkehr

Maschine von Israir die Landung verweigert – angeblich aus politischen Gründen

Die Maschine der israelischen Airline musste nach Kroatien ausweichen. Jerusalem wirft den slowenischen Behörden politische Diskriminierung vor.

von Sabine Brandes  03.06.2026 Aktualisiert

Beirut

Hisbollah: Angriffe auf Tel Aviv bei neuen Attacken Israels

Terror-Funktionär Mahmud Komati droht dem jüdischen Staat auf dem katarischen TV-Sender Al Araby

 03.06.2026

Jerusalem

Israel verweigert US-Aktivistin Linda Sarsour die Einreise

»Israel wird seine Tore nicht länger für diejenigen öffnen, die daran arbeiten, es zu zerstören«, schreibt Diaspora-Minister Amichai Chikli

 03.06.2026

Tel Aviv/Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der am 7. Oktober Geiseln verschleppte

Youssef Ayesh Awad Ramadan soll Hersh Goldberg-Polin, Alon Ohel, Eliya Cohen und Or Levy aus einem Schutzbunker nahe Re’im verschleppt haben

 03.06.2026