Sechs israelische Touristen sind am 13. Juli in der nördlichen Mongolei Opfer eines gewaltsamen antisemitischen Übergriffs geworden. Die Gruppe, bestehend aus drei Männern und drei Frauen, hatte sich gerade auf eine Nacht auf einem Zeltplatz eingerichtet, als sie von mehreren Angreifern attackiert wurde. Bei den Tätern soll es sich um lokale kasachische Muslime gehandelt haben. Dies geht aus einem Bericht des israelischen Ministeriums für Diaspora-Angelegenheiten hervor.
Wie die Betroffenen später schilderten, wurden sie erst auf die drohende Gefahr aufmerksam, als sich die Angreifer näherten. Die Israelis reagierten sofort: Sie packten in Windeseile ihre Ausrüstung zusammen und zogen sich festes Schuhwerk an, um fliehen zu können. Dazu kam es jedoch nicht mehr – der Angriff begann, bevor die Gruppe den Platz verlassen konnte. Nach eigenen Angaben wurden die Israelis angegriffen, weil die Muslime gehört hatten, wie sie Hebräisch sprachen.
Während der Attacke riefen die Angreifer »Heil Hitler« und »Verschwindet von hier«.
Die Täter gingen mit Äxten, Messern und roher körperlicher Gewalt auf die Gruppe los. Die drei israelischen Männer, allesamt ehemalige Soldaten der israelischen Armee, stellten sich den Angreifern entgegen, um die Frauen in der Gruppe zu schützen. Einer der Männer wehrte einen Angreifer mit einer Glasflasche ab, ein anderer entriss einem Täter dessen Messer. Am Ende gelang es der Gruppe, die Angreifer zurückzudrängen und zu fliehen.
Ein Israeli erlitt bei dem Angriff einen Kieferbruch, nachdem er ins Gesicht geschlagen worden war. Er wurde zur Operation und weiteren medizinischen Behandlung nach Israel ausgeflogen. Bei der Flucht half dem Bericht zufolge ein einheimischer Fahrer.
Nach dem Vorfall wandten sich die Betroffenen an die israelische Botschaft in China, die auch für die Mongolei zuständig ist. Botschaftsmitarbeiter sowie der israelische Botschafter standen der Gruppe bei und blieben so lange in Kontakt, bis diese das Land sicher verlassen hatte. Die mongolischen Behörden boten den Opfern offenbar an, Anzeige zu erstatten. Die Gruppe entschied sich jedoch dagegen und reiste stattdessen aus. Angaben zu Festnahmen oder zur Identität der Angreifer liegen bislang nicht vor. im