Nach dem Einschlag von Trümmerteilen einer iranischen Rakete im Süden Israels hat Generalstabschef Ejal Zamir die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte hervorgehoben und Teheran vor den Folgen weiterer Bedrohungen gewarnt. Nach Angaben des Militärs befindet sich die Luftverteidigung in erhöhter Alarmbereitschaft und sei auf eine rasche Reaktion vorbereitet.
Bei einem Besuch von Kommandeuren im Westjordanland erklärte Zamir, die Armee beobachte die Entwicklungen rund um den Iran sehr genau. »Neben dem anhaltenden Kampf gegen den Terror in Judäa und Samaria verfolgen wir die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Iran aufmerksam und halten ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft aufrecht«, sagte er.
Mit Blick auf den Vorfall vom Sonntag ergänzte der Generalstabschef: »Wir haben den Angriff auf das Gebiet um Akaba heute verfolgt, und unsere Luftverteidigung ist bereit, die Bürger Israels zu schützen. Wir sind bereit, sofort wieder in den Krieg einzutreten, und wir werden mit großer Stärke gegen jeden vorgehen, der uns schadet.«
Sprengkopf abgefangen
Hochrangige Militärkreise bewerten den Zwischenfall als eine neue Eskalationsstufe. Demnach habe der Vorfall die israelischen Streitkräfte nach Wochen relativer Distanz zum Konflikt zwischen den USA und Iran wieder deutlich näher an einen Kriegsmodus herangeführt.
Auslöser war eine iranische ballistische Rakete, die nach Jordanien abgefeuert worden war. Während der eigentliche Sprengkopf nach Militärangaben durch das amerikanische Raketenabwehrsystem Aegis abgefangen wurde, zerstörte Israels Luftverteidigung anschließend herabfallende Trümmerteile nahe der Grenze.
Fragmente von Abfangraketen gingen schließlich in einem unbewohnten Gebiet in der Nähe von Eilat nieder. Nach Angaben der israelischen Armee wurden dabei weder Menschen verletzt noch Sachschäden verursacht.
Erstmals seit Monaten
Seit mehreren Monaten waren keine iranischen Luftbedrohungen mehr in die Nähe Israels gelangt. Auch diesmal richtete sich der Raketenangriff nach Einschätzung des Militärs gegen Ziele Jordanien und nicht gegen Israel.
Kurz vor dem Abfangen der Rakete hatte die Armee Bewohner im Grenzgebiet zu Jordanien vorsorglich aufgefordert, sich auf einen möglichen Aufenthalt in Schutzräumen einzustellen, falls Trümmerteile auf israelischem Gebiet niedergehen sollten. im