Die Berliner Humboldt-Universität (HU) will weiter mit israelischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Ein gegenteiliger Beschluss des Studierendenparlaments werde derzeit geprüft, sagte eine Sprecherin der Hochschule am Montag in Berlin.
»Das Präsidium der HU setzt auf den wissenschaftlichen Dialog mit den bestehenden israelischen Kooperationspartnern«, sagte die Sprecherin weiter. Das Studierendenparlament der HU hatte am 9. Juli in einem mehrheitlichen Beschluss unter anderem gefordert, dass die Hochschule ihre Zusammenarbeit mit akademischen Institutionen in Israel beendet. Am 17. Juli dann wurden den Angaben zufolge alle Studierenden an der Hochschule in einer Rundmail des HU-Referentinnenrats, kurz RefRat genannt, über den Beschluss informiert. Der entsprechende Antrag der »Linken Liste« stand unter der Überschrift »Solidarität mit Palästina - Beteiligung der HU am Völkermord beenden«.
Demokratische Kräfte stützen
Das Präsidium prüfe gegenwärtig jeden einzelnen Punkt dieses Beschlusses, sagte die Hochschulsprecherin. Weiter verwies sie auf ein Statement von HU-Präsidentin Julia von Blumenthal vom November vergangenen Jahres, wonach ein genereller Boykott der israelischen Wissenschaft die demokratischen Kräfte schwäche.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin (DIG) warnte vor einem »Klima der Einschüchterung« für jüdische und israelische Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die HU arbeitet aktuell nach eigenen Angaben mit fünf israelischen Hochschulen und zwei Forschungseinrichtungen zusammen. epd