Die Miss Israel von 2025, Melanie Shiraz, warnt davor, dass die nächste Gewinnerin des Schönheitswettbewerbs womöglich nicht einmal israelische Staatsbürgerin sein könnte. Zudem spricht sie von einer Entwicklung, die den Charakter des Wettbewerbs zunehmend von Israel entkoppeln soll. »The Jerusalem Post« berichtete.
Der Wettbewerb wurde seit zwei Jahren nicht mehr in Israel selbst ausgetragen, sondern aus Miami heraus organisiert. Gleichzeitig seien gezielt auch jüdische Teilnehmerinnen aus der Diaspora eingeladen worden, sagt Melanie Shiraz dem Bericht zufolge. Dadurch habe sich der Kern des nationalen Titels verschoben.
»Ich habe Israel in einer der schwierigsten Zeiten unserer Geschichte vertreten. Deshalb ist es zutiefst enttäuschend zu sehen, wie sich der Titel immer weiter von Israel selbst entfernt«, sagte Shiraz der »Jerusalem Post«. »Ein Titel namens Miss Israel sollte Israelis gehören und den Menschen eine Stimme geben, deren Geschichte er erzählen soll. Wenn das nicht mehr der Fall ist, was bedeutet Miss Israel dann überhaupt noch?«
Streit um Auswahlverfahren
Besonders kritisch sieht Shiraz die Rolle des Franchise-Betreibers Edgar Entertainment. Nach ihren Angaben war die Auswahl der Kandidatinnen stark eingeschränkt, teilweise ohne israelische Staatsbürgerschaft und ohne ausreichende Verbindung zum Land oder zur Sprache.
Sie berichtet zudem, dass die künftige Gewinnerin vor der Teilnahme am internationalen Wettbewerb möglicherweise noch die israelische Staatsbürgerschaft beantragen müsse. Das Auswahlverfahren selbst sei zudem von außen gesteuert und nicht transparent genug.
Andere Stimmen aus dem Umfeld der Miss-Israel-Events relativieren die Kritik teilweise. Miss Israel USA, Adela Cojab, betonte, der Titel sei kein offizielles Staatsamt, sondern Teil eines privat vergebenen Franchise. Gleichzeitig erklärte sie, solche Wettbewerbe bezögen häufig auch Kandidatinnen aus der Diaspora ein.
Vorwurf: Manipulation
Für zusätzliche Brisanz sorgt eine interne Aufnahme, in der laut Bericht über den Ablauf der Auswahl gesprochen wurde. Daraus geht hervor, dass die finale Entscheidung möglicherweise in einem inszenierten Format präsentiert werden soll, das eher einer Show als einem klassischen Wettbewerb ähnelt. Ein Produzent soll dabei erklärt haben, man habe bereits ähnliche Formate bei anderen nationalen Auswahlen umgesetzt.
Shiraz kritisiert insbesondere, dass ein solcher Ansatz die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs untergrabe und die eigentliche Idee einer offenen nationalen Auswahl beschädige. Auch erhebt sie schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit finanziellen Abläufen. Sie schildert, sie habe selbst erhebliche Kosten tragen müssen, während gleichzeitig nur begrenzte organisatorische Unterstützung bereitgestellt worden sei.
Die beteiligten Organisationen sowie der Franchise-Betreiber reagierten laut »The Jerusalem Post« zunächst nicht auf Anfragen. im