Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Luxus pur: »David’s Village« in Jerusalem Foto: Copyright (c) Flash 90 2015

Wohnen
In Jerusalem ist eine Luxuswohnung für umgerechnet knapp 19 Millionen Euro verkauft worden. Das Objekt liegt im »Davidʼs Village« nahe Mamilla und bietet einen freien Blick auf die Altstadtmauern. Verkäufer sind die Firmen YH Dimri und Bomel Israel. Derselbe Käufer erwarb eine weitere Wohnung im Gebäude für sieben Millionen Euro. Die größere Einheit umfasst 510 Quadratmeter Wohnfläche sowie einen 60 Quadratmeter großen Balkon. Die zweite Wohnung misst 386 Quadratmeter, hat einen kleineren Balkon, allerdings keinen Altstadtblick. Der Käufer ist ein US-israelischer Unternehmer aus der Cloud-Computing-Branche. Beide Wohnungen wurden im Rohbau verkauft, der Innenausbau soll individuell erfolgen.

Defizit
Trotz des Krieges hat sich Israels Haushaltsdefizit in den zwölf Monaten bis Ende März verringert. Im Februar lag es bei 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, im März nur noch bei 4,2 Prozent. Allerdings waren die Ausgaben fast den ganzen Monat über gedeckelt. Erst an den letzten beiden Tagen konnten die Ausgaben nach Verabschiedung des Haushalts für 2026 durch die Knesset erhöht werden. Der Grund: außerordentliche Einnahmen in Höhe von umgerechnet rund 2,4 Milliarden Euro aus Steuerzahlungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Wiz durch Google. Diese reichten aus, um das Defizit gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent zu verringern. Seit Jahresbeginn hatten die Staatsausgaben eine Höhe von rund 40,8 Milliarden Euro erreicht – zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Verteidigungsausgaben stiegen um 19 Prozent. Im März lief die Wirtschaft nur eingeschränkt. Zudem gingen rund 194 Millionen Euro an Importeinnahmen verloren.

Währung
Der Schekel gewinnt weiter an Kraft und ist auf die psychologisch bedeutende Marke von drei Schekel pro Dollar gestiegen. Aktuell liegt der Kurs bei etwa 2,968 – der stärkste Stand seit 1995. Seit Jahresbeginn hat die Währung um mehr als fünf Prozent zugelegt. Hintergrund ist ein anhaltender Zufluss von Dollar in die israelische Wirtschaft, befeuert vor allem durch starke Hightech-Exporte und steigende Auslandsinvestitionen. Allein im vergangenen Jahr erreichten diese rund 39 Milliarden Dollar. Ökonomen warnen jedoch, dass die Stärke des Schekels langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte schwächen könnte.

Abitur
Bildungsminister Yoav Kisch hat einige Erleichterungen für die kommenden Abiturprüfungen in Israel vorgestellt. Angesichts von Unterrichtsausfällen und anderen Kriegsfolgen sollen Veränderungen bei der Gewichtung von Noten für mehr Gerechtigkeit sorgen. Kisch betonte, dass diese nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus psychologischen Gründen notwendig seien. So soll unter anderem die Berechnung der Abschlussnoten neu ausgerichtet werden: Künftig zählt die jeweils bessere Leistung stärker. Zudem ist ein Ausgleichsmechanismus vorgesehen, der bei größeren Abweichungen zwischen dem Jahres- und dem Prüfungsdurchschnitt greift. Ziel sei es, den Druck auf die Schüler zu reduzieren und bessere Bedingungen zu schaffen. Für den Norden des Landes, der lange unter dauerhaftem Beschuss durch die Terrormiliz Hisbollah litt, gelten zusätzliche Erleichterungen.

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026