Iran

Trump sieht »faktischen Regimewechsel« und Fortschritte bei Gesprächen

Präsident Donald Trump am Sonntagabend (Ortszeit) in Washington D.C. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Präsident Donald Trump sieht Bewegung in den indirekten Verhandlungen mit dem Iran. Teheran habe »den Großteil« einer 15 Punkte umfassenden Forderungsliste akzeptiert, die über pakistanische Vermittler übermittelt worden sei. »Sie haben uns die meisten Punkte gegeben. Warum auch nicht?«, sagte Trump vor Journalisten an Bord der Air Force One. Amerikanische Medien berichteten.

Auch erklärte der Präsident, die gezielten Angriffe auf die iranische Führungsspitze kämen faktisch einem Systemwechsel gleich. »Das eine Regime wurde dezimiert, zerstört, sie sind alle tot. Das nächste Regime ist größtenteils tot, und mit dem dritten Regime haben wir es mit völlig anderen Leuten zu tun«, erklärte Trump. »Es ist wirklich ein Regimewechsel.«

Tatsächlich besteht die Islamische Republik weiterhin. Mit Mojtaba Khamenei wurde der Sohn des bisherigen Obersten Führers an die Spitze berufen. Trump äußerte sich widersprüchlich zu dessen Zustand: »Er könnte am Leben sein, aber er ist offensichtlich sehr schwer verletzt.«

»Dumme Leute«

Trump betonte mehrfach die zentrale Rolle iranischer Energieressourcen. So kündigte er an, dass Iran als Zeichen des Entgegenkommens Öl liefern wolle. »Sie haben uns 20 Schiffsladungen Öl gegeben, die ab morgen verschifft werden«, erklärte er.

In einem Interview sagte der Präsident zudem, er ziehe grundsätzlich in Betracht, sich direkten Zugriff auf iranisches Öl zu sichern. »Am liebsten würde ich das Öl im Iran nehmen«, erklärte Trump und verwies auf ein ähnliches Vorgehen der USA in Venezuela. Kritiker dieser Linie bezeichnete er als »dumme Leute«.

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Auch ein mögliches Vorgehen gegen die strategisch wichtige Insel Kharg im Persischen Golf ließ Trump offen. »Vielleicht nehmen wir Kharg Island, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen«, sagte er und deutete an, dass ein solcher Schritt eine längere militärische Präsenz erfordern würde.

Vor dem Zeitplan

Berichten zufolge prüft die US-Regierung weiterhin den Einsatz von Bodentruppen. Eine solche Operation wäre riskant, da Iran die Insel mit Raketen und Drohnen erreichen kann. In den vergangenen Tagen wurden zusätzliche US-Soldaten in die Region verlegt.

Trump ließ offen, ob es zu einer Bodenoffensive kommt. Gleichzeitig erklärte er, der Krieg liege »Wochen« vor dem Zeitplan – obwohl die Regierung zuletzt von einer Dauer von insgesamt vier bis sechs Wochen ausgegangen war.

Parallel weitet sich die Gewalt im Nahen Osten aus. In Kuwait wurde nach Behördenangaben ein Gebäude an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung beschädigt. Ein Arbeiter kam dabei ums Leben. Die Regierung sprach von einem Angriff im Rahmen iranischer Aggression.

Notfallpläne aktiviert

Für zusätzliche Spannungen sorgt die strategisch wichtige Straße von Hormus. Berichte, wonach Iran Durchfahrtsgebühren für Schiffe erhebt, wollte Trump zunächst prüfen. Zugleich drohte er: »Wir könnten die Straße von Hormus in zwei Minuten schließen.«

Ohne Belege erklärte der Präsident zudem, Staaten am Golf würden sich aktiv gegen Iran zur Wehr setzen. Öffentliche Informationen deuten bislang jedoch darauf hin, dass sich deren Reaktionen vor allem auf Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen und Raketen beschränken. im

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