Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

Lamine Yamal vom FC Barcelona Foto: picture alliance / NurPhoto

Der spanische Fußballklub FC Barcelona hat nach einem politischen Eklat rund um seinen Spieler Lamine Yamal reagiert und sich ausdrücklich von dem Vorfall distanziert. Hintergrund ist ein Video der Meisterfeier, in dem der 18-jährige Offensivspieler während der Titelparade eine palästinensische Flagge geschwenkt hatte. »The Jerusalem Post« berichtete.

Die Szene ereignete sich am Montag in Barcelona, als der Klub seinen 29. Meistertitel nach einem 2:0-Erfolg gegen Real Madrid mit Tausenden Fans feierte. Yamal, der in dieser Saison mit 16 Toren in 28 Spielen zu den prägenden Figuren des Teams gehörte, wurde dabei gefilmt, wie er die Flagge zeigte. Das Video verbreitete sich anschließend rasch in sozialen Netzwerken und sorgte insbesondere in Israel für Kritik.

Der Klub veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme – laut Bericht bewusst auch auf Hebräisch –, die sich direkt an die israelischen Anhänger richtete. Darin stellte Barcelona klar, dass es sich nicht um eine politische Positionierung des Vereins gehandelt habe. »Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, hieß es in der Erklärung. »Er ereignete sich spontan.«

Lesen Sie auch

Globale Fangemeinschaft

Zudem kündigte der Verein an, entsprechendes Videomaterial nicht über seine offiziellen Kanäle zu verbreiten. Gleichzeitig versicherte Barcelona, sich seiner internationalen Fangemeinde verpflichtet zu fühlen. »FC Barcelona ist stolz darauf, eine globale Gemeinschaft von Fans aus vielen verschiedenen Hintergründen, Kulturen und Nationalitäten zu repräsentieren, einschließlich der israelischen Gemeinschaft«, erklärte der Klub weiter. Man danke den israelischen Anhängern, Spielern für die langjährige Unterstützung.

Israel hatte zuvor auf den Vorfall reagiert. Verteidigungsminister Israel Katz kritisierte Yamal scharf und warf ihm vor, Stimmung gegen Israel zu machen. In einer Stellungnahme auf der Plattform X sprach er von gezielter Provokation während eines Krieges. »Lamine Yamal hat sich entschieden, gegen Israel zu hetzen und Hass zu schüren, während unsere Soldaten gegen die Terrororganisation Hamas kämpfen, eine Organisation, die am 7. Oktober jüdische Kinder, Frauen und ältere Menschen massakriert, vergewaltigt, verbrannt und ermordet hat«, erklärte Katz.

Weiter stellte er die moralische Verantwortung des Spielers infrage. »Wer solche Botschaften unterstützt, sollte sich fragen: Hält er das für humanitär? Ist das moralisch?« Katz kündigte zudem an, nicht zu schweigen: »Als Verteidigungsminister des Staates Israel werde ich angesichts von Hetze gegen Israel und das jüdische Volk nicht schweigen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auf X antwortete ihm Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez Castejon: »Diejenigen, die es für ›Hetze‹ halten, die Flagge eines Staates zu hissen, haben entweder den Verstand verloren oder sind von ihrer eigenen Schande geblendet. Lamine hat lediglich die Solidarität mit Palästina zum Ausdruck gebracht, die Millionen von Spaniern empfinden«, schrieb der sozialistische Politiker, der in den letzten zwei Jahren immer wieder mit scharfer Kritik an Israel aufgefallen war. Yamals Hissen der palästinensischen Flagge sei »ein Grund mehr, stolz auf ihn zu sein«, schrieb Sánchez. ja

Berlin

Julia Klöckner ruft zum Kampf gegen Antisemitismus auf

Die Bundestagspräsidentin erinnert an die Opfer des 7. Oktober 2023 in Israel. Ihre Botschaft: Antisemiten müssten in die Schranken gewiesen werden

 07.10.2026

Bettina König (SPD), Kerstin Wolter (Die Linke) und Nina Stahr (Grüne, v.l.) vor dem ersten Vorsondierungsgespräch, 1. Oktober

Nach der Wahl

Linke, Grüne und SPD in Berlin beraten über Umgang mit Antisemitismus

Die Regierungsbildung ist noch nicht richtig in Gang gekommen. Nun treffen sich Linke, Grüne und SPD zu einem dritten Vorgespräch – an einem historischen Tag. Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

 07.10.2026

Meinung

Magdeburg: Versagen der Demokraten

Nach der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt: Wie der Vormarsch der Rechtsextremen weitergeht, hängt auch von den demokratischen Parteien ab. Jetzt wären Zusammenhalt, Disziplin und Führung gefragt

von Michael Thaidigsmann  07.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  07.10.2026

Islamismus

Studie: Nach Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg verlagern sich Netzwerke nach Frankfurt

Einer neuen Untersuchung von American Jewish Committee Berlin und democ zufolge bestehen die Strukturen des vom Iran gesponserten schiitischen Islamismus in Deutschland fort

 07.10.2026

Berlin

Fischer, Thierse, Altmaier – Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

Frühere Spitzenpolitiker von SPD, Grünen und CDU wenden sich gegen eine Koalition mit der Linkspartei in der Hauptstadt. Sie sähen gemeinsame Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie nicht gesichert, heißt es in einem Appell

 07.10.2026

Berlin

Initiative von Jüdinnen und Juden wendet sich gegen Koalition mit der Linken

Mit einem offenen Brief an Vertreter von SPD und Grünen in Berlin und auf Bundesebene sowie ihre Fraktionsmitglieder warnen die Unterzeichnenden vor einer Regierung mit der Linkspartei in der Hauptstadt

 07.10.2026

Justiz

Fast 12.500 Strafverfahren zum Nahost-Konflikt in Berlin

Seit dem Terrorangriff auf Israel hat der Antisemitismus zugenommen. Keine Woche vergeht in Berlin ohne Demonstrationen zum Gaza-Krieg. Wie aufgeheizt die Stimmung ist, zeigen auch Zahlen der Justiz

 07.10.2026

Antisemitismus

Nach Angriff auf jüdischen Mann in Düsseldorf: Verdächtige ermittelt

Eine Woche nach dem Angriff auf einen deutschen Juden am Rheinufer in Düsseldorf hat die Polizei nun zwei Tatverdächtige ermittelt. Was bislang bekannt ist

 07.10.2026