Iran-Krieg

Bereiten die USA eine Bodenoffensive vor?

Ankunft eines im Iran-Krieg getöteten Soldaten in den USA. Experten warnen davor, dass die Besetzung von Gebieten die amerikanischen Soldaten einer deutlich größeren Gefahr aussetzen würde als bisher. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Wie die »Washington Post« berichtet, bereitet das US-Verteidigungsministerium Optionen für Bodenoperationen im Iran vor. Diese würden zwar keine vollständige Invasion darstellen, könnten jedoch Tausende von Soldaten einbeziehen und über Wochen oder Monate andauern.

Dem Bericht zufolge, der sich auf ungenannte US-Beamte stützt, hat US-Präsident Donald Trump bisher keine der Pläne genehmigt. Das Weiße Haus erklärte auf Anfrage, das Pentagon arbeite daran, dem Präsidenten »maximale Handlungsfreiheit« zu geben; dies bedeute jedoch nicht, dass bereits eine Entscheidung getroffen worden sei.

Spezialeinheiten für Hormus

Laut der »Washington Post« könnten die möglichen Operationen den Einsatz von Spezialeinheiten und konventioneller Infanterie umfassen, um ausgedehnte Angriffe in Küstenregionen nahe der Straße von Hormus durchzuführen. Dazu zähle auch die Einnahme von Inseln unter Kontrolle der Islamischen Republik und deren langfristige Besetzung.

Der Iran reagierte auf die Berichte und warnte die USA vor einer Bodenoffensive. »Zweifelt keinen Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten«, erklärte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Iran spricht von »großem Weltkrieg«

Der Iran sei sicher, dass er die USA bestrafen und zur Reue bewegen könne, sodass diese es nicht wagen würden, das Land anzugreifen. Man befinde sich in einem »großen Weltkrieg«, so Ghalibaf.

Zudem äußerte er sich skeptisch zu Vermittlungsversuchen. Die USA hätten zwar Verhandlungsbereitschaft signalisiert, planten jedoch heimlich eine Bodenoffensive, so Ghalibaf. Der Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte dem Staatssender Irib zufolge, eine Bodenoffensive oder die Besetzung eines Teils des iranischen Territoriums sei ein »Wunschtraum«, man warte nur auf eine solche Aktion. ja/ dpa

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