Unter Vermittlung der USA haben Israel und der Libanon in Washington eine neue Runde direkter Gespräche begonnen. Die zweitägigen Verhandlungen finden im US-Außenministerium statt und sollen sich vor allem um die Entwaffnung der libanesischen Terrororganisation Hisbollah sowie mögliche künftige Beziehungen zwischen beiden Staaten drehen. Israelische und amerikanische Medien berichteten.
Trotz des diplomatischen Vorstoßes gibt es auf beiden Seiten offenbar nur begrenzte Erwartungen an schnelle Ergebnisse. Der saudi-arabische Sender Al-Hadath zitierte eine Quelle mit den Worten, die Stimmung bei der dritten Gesprächsrunde sei »nicht optimistisch«. Hinweise auf einen größeren Durchbruch gebe es nicht.
Dem Bericht zufolge sieht sich Beirut zudem in einer schwierigen Verhandlungsposition. Der Libanon habe »nicht viel anzubieten«, was die von Israel angesprochenen Sicherheitsfragen betreffe. Die libanesische Seite argumentiere demnach, eine Entspannung der Lage könne dem Staat und der Armee helfen, ihre Rolle im Land zu stärken.
Zwei Themenkomplexe
Die Hisbollah reagierte scharf auf die Gespräche und warf der libanesischen Führung vor, Israel Zugeständnisse zu machen, obwohl die Kämpfe weitergingen. Die schiitische Terrororganisation erklärte, direkte Verhandlungen würden geführt, während Israel weiterhin militärisch im Süden des Landes agiere und seine Präsenz ausweite.
Die israelischen Streitkräfte gehen wegen Verstößen der Terroristen auch während der geltenden Waffenruhe gegen die Hisbollah vor.
Nach israelischen Angaben werden bei den Gesprächen zwei parallele Themenkomplexe behandelt: Einerseits gehe es um diplomatische Fragen mit Blick auf mögliche Friedensvereinbarungen, andererseits um militärische Aspekte und die Entwaffnung der Hisbollah.
Vollständiger Rückzug
Erstmals nehmen auch ranghohe Vertreter der israelischen Armee und des Nationalen Sicherheitsrates an den Gesprächen teil. Die israelische Delegation wird weiterhin vom Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, angeführt. Hinzu kommen Vertreter des Militärs und Sicherheitsapparats.
Der Libanon dürfte erneut einen vollständigen israelischen Rückzug aus dem Süden des Landes verlangen. Israel wiederum macht deutlich, dass ein Abzug nicht infrage komme, solange die Hisbollah Israel weiter bedrohe und beschieße.
Unterdessen wurde am Donnerstag ein IDF-Offizier im Süd-Libanon getötet. Der Offizier Negev Dagan war 20 Jahre alt. im