Australien

Poster mit Konterfei des Bondi-Beach-Attentäters aufgetaucht

Melbourne Foto: picture alliance / Sipa USA

In Melbourne sind rund 40 Plakate aufgetaucht, die den mutmaßlichen Bondi-Attentäter Naveed Akram zeigen und das Wort »Aussie« unter seinem Bild tragen. Die Poster orientieren sich am Stil des australischen Künstlers Peter Drew, der mit seiner gleichnamigen Serie seit über zehn Jahren Migranten feiert und für multikulturelles Miteinander wirbt. Australische Medien berichteten.

Die Plakate seien »tief beleidigend« und eine Missachtung der Kunst, erklärte Melbournes Bürgermeister Nicholas Reece. Es sei »absolut abscheulich«, dass Drew’s Arbeit für die Darstellung so traumatisierender Inhalte missbraucht werde. Die Stadtverwaltung und weitere Bezirksämter haben die Plakate umgehend entfernt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Drews ursprüngliche »Aussie«-Serie begann 2016 und zeigt vor allem Migranten aus den frühen 1900er-Jahren, die damals Anträge auf Ausnahmeregelungen der restriktiven White-Australia-Politik gestellt hatten. Ziel des Projekts sei es gewesen, Ängste vor Menschen, die anders aussehen, zu überwinden, und Neuankömmlingen in Australien das Gefühl von Zugehörigkeit zu geben, erklärte der Künstler gegenüber Medien.

Lesen Sie auch

Naveed Akram ist in Zusammenhang mit dem Angriff auf eine Hanukkah-Feier am Bondi Beach im Dezember angeklagt. Bei der Tat wurden 15 Menschen ermordet. Sein Vater, Sajid Akram, war ebenfalls beteiligt und kam während des Angriffs ums Leben. Naveed Akram wartet derzeit auf seinen Prozess, der zahlreiche Anklagen, darunter Mord und Terrorismus, umfasst.

Die Polizei von Victoria untersucht die Poster wegen illegaler Plakatierung und prüft mögliche Verstöße gegen neue landes- und bundesweite Anti-Hass-Gesetze. Reece sieht in dem Fall zudem eine Chance, diese neuen Rechtsinstrumente erstmals praktisch zu testen.

Dvir Abramovich, Vorsitzender der jüdisch-australischen Anti-Defamation Commission, forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen: »Wer Massenmord in der Öffentlichkeit glorifiziert, muss zur Verantwortung gezogen werden. Ich hoffe, die Polizei identifiziert die Täter, erhebt Anklage, und sie landen hinter Gittern. Alles andere lädt zu weiterer Eskalation ein.« im

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026