Australien

»Ich wollte verhindern, dass unschuldige Menschen getötet werden«

Ahmed Al-Ahmed, der am 14. Dezember zum »Helden von Sydney« wurde, als er einen von zwei Terroristen, die auf eine Chanukka-Feier im australischen Sydney schossen, entwaffnete, hat sich erstmals selbst geäußert.

In einem exklusiven Interview mit dem US-Sender CBS News sagte Al-Ahmed, er habe während des Angriffs an nichts anderes gedacht, als daran, möglichst viele Menschenleben zu retten. Seine einzige Motivation sei gewesen, dass das Töten aufhöre. »Ich wollte ihm einfach nur das Gewehr wegnehmen und verhindern, dass weitere unschuldige Menschen getötet werden«, sagte er gegenüber der CBS-Journalistin. »Ich sprang ihm in den Rücken und schlug ihn. Ich hielt ihn mit der rechten Hand fest und fing an, ihm etwas zuzurufen, um ihn zu warnen: ‚Lass die Waffe fallen! Hör auf damit!‘«

Alles sei alles »blitzschnell« gegangen, so Al-Ahmed weiter. Er habe nicht mit ansehen können, wie Menschen vor seinen Augen getötet wurden, er »wollte keine Schüsse hören und sehen, wie Menschen schreien und flehen, um Hilfe rufen. Meine Seele drängte mich dazu«. Dann fügte er hinzu: »Alles in meinem Herzen, in meinem Gehirn, alles hat funktioniert, nur um das Leben der Menschen zu retten.«

»Emotional überwältigend«

Überwachungsvideos zeigten, wie Al-Ahmed hinter einem geparkten Auto hervorsprang, den Terroristen Sajid A. von hinten angriff und ihn zu Boden riss. Dabei gelang es ihm, den Mann zu entwaffnen, bevor er selbst vom zweiten Terroristen angeschossen und schwer verletzt wurde. Al-Ahemd beschrieb den Moment als emotional überwältigend und sagte, er habe eine innere Kraft gespürt, die ihn angetrieben habe.

Der 43-jährige syrisch-australische muslimische Ladenbesitzer und Vater von zwei Töchtern betonte außerdem, dass er zwar glaube, viele Leben gerettet zu haben, zugleich aber großes Mitgefühl für die Opfer empfinde, die den Angriff nicht überlebt hätten.

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Das Massaker mit 15 Toten und mehr als 40 Verletzten ereignete sich am 14. Dezember während einer Chanukka-Feier am berühmten Strand Bondi Beach und richtete sich gezielt gegen die jüdische Gemeinschaft in Sydney. Die Polizei identifizierte als Täter den 50-jährigen Sajid A., der noch am Tatort erschossen wurde, und dessen 24-jährigen Sohn Naveed.

Mehrfach operiert

Al-Ahmed war am Bondi Beach, um mit einem Freund einen Kaffee zu trinken, als plötzlich Schüsse fielen. Augenzeugen und Sicherheitsaufnahmen zeigen, wie zwei Männer auf Feiernde schossen. Er selbst wurde an Arm und Schulter getroffen und bereits mehrfach operiert. Sein Zustand wird als stabil, aber ernst beschrieben.

Der zurückhaltende Mann wird weltweit als Symbol für Mut und Menschlichkeit gefeiert. In den sozialen Medien und über eine australische Spendenkampagne wurden mehr als 2,5 Millionen australische Dollar gesammelt, um den Helden und dessen Familie zu unterstützen. Offizielle Fotos und Berichte zeigen, wie hochrangige Politiker, darunter Australiens Premierminister Anthony Albanese und der Premier von New South Wales, Chris Minns, ihn im Krankenhaus besuchten und seine Tapferkeit lobten. Albanese beschrieb Ahmed als jemanden, der »das Beste unseres Landes repräsentiert«.

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