Wenn moderne Coolness in Hollywood ein Gesicht hätte, dann wäre es wohl das von Zoë Kravitz. Die Tochter von Rockstar Lenny Kravitz gehört zu jenen Stars, die anscheinend alles gleichzeitig sein können: Schauspieler, Musiker und Mode-Ikonen einer Generation, die Glamour nicht mehr aalglatt repräsentiert, sondern selbstbewusst lässig und mit einem Hauch Rebellion. Die junge Frau mit dem berühmten Namen wirkt dabei völlig unangestrengt. Und wenn eine große Portion Ausstrahlung auf eine Dosis Unnahbarkeit trifft, entsteht Faszination.
Wenn ihr selbstbewusster Blick über das Blitzlichtgewitter der schreienden Fotografen gleitet, könnte es auch die schönste Auenlandschaft sein. Darin liegt wohl ihre größte Stärke – in nonchalanter Körpersprache äußert sich eine Präsenz, die gleichzeitig kühl und verletzlich wirken kann. Sie braucht keine großen Gesten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen; oft reicht ein kurzes Lächeln oder ein scheinbar beiläufiger Blick in Richtung der Objektive.
Stilfigur seit der Wiege
Genau diese Mischung aus Zurückhaltung, Selbstbewusstsein und unterschwelliger Intensität macht sie für viele zur Stilfigur – ein Attribut, das ihr in die Wiege gelegt wurde, denn die am 1. Dezember 1988 in Los Angeles geborene Zoë Isabella Kravitz hat neben ihrem seit 45 Jahren stilprägenden Vater Lenny Kravitz auch noch die einst für ihre Schönheit und Coolness gefeierte Schauspielerin Lisa Bonet als Mutter.
»Ich bin gemischt. Meine Eltern sind gemischt. Je mehr Lebenserfahrung ich sammle, desto mehr identifiziere ich mich mit dem Schwarzsein.«
Zoë blieb gar nichts anderes übrig, als im Rampenlicht aufzuwachsen. Doch sie hat es sich auch selbst erobert und verortete sich irgendwo zwischen Indie-Girl, High Fashion und New Yorker Underground. Besonders spannend ist dabei der Fokus, den sie immer wieder auf ihre kulturellen und religiösen Wurzeln legt.
Ihre Familie vereint afroamerikanische, karibische und jüdische Einflüsse, und das sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits. Sie wuchs offensichtlich mit dem Gefühl auf, mehreren Welten gleichzeitig anzugehören – etwas, das man auch in ihrer Kunst und ihrem Auftreten spürt. Nie wirkt sie eindimensional oder nach Hollywood-Schema geglättet. Stattdessen bringt sie alles, was ihre Identität ausmacht, ganz selbstverständlich zusammen.
»Ich bin gemischt. Meine Eltern sind gemischt. Je mehr Lebenserfahrung ich sammle, desto mehr identifiziere ich mich mit dem Schwarzsein und dem, was das bedeutet«, sagte sie in einem Interview. Und auch, dass sie eine »säkulare Jüdin« sei. Vater Lenny bemerkte einst dazu: »Sie weiß, wo sie hingehen muss.«
Eigener Refrain, nie laut
Das wusste sie offensichtlich auch schon früh in Sachen Berufswahl. Es zog sie zur Schauspielerei, und nach kleineren Rollen wie in Birds of America gelang ihr mit ihren Auftritten in X-Men: Erste Entscheidung und Mad Max: Fury Road der Durchbruch, den sie später vor allem als Bonnie Carlson in der gefeierten Serie Big Little Lies ausbaute. Darin spielte sie eine ruhige, geheimnisvolle und emotional komplexe Figur, aber das selten laut oder übertrieben.
Schon fast experimentell und eher persönliche Ausdrucksform als Business ist dagegen ihr Ausflug in die Musikwelt. Mit ihrer Band Lolawolf veröffentlichte sie bereits mehrere Songs, deren Stil deutlich alternativer ist als der gängige Mainstream-Pop. Auch hier ist ihr ganz eigener Refrain, dass sie nichts und niemandem hinterherläuft. Zoë Kravitz erschafft lieber ihre eigenen kleinen Welten.
Viel schwarze Spitze und keinen Ring
Und auch im Privatleben bleibt es geheimnisvoll. Derzeit sorgt das durch Fotos durchaus belegte Gerücht für große Aufregung, dass Kravitz mit Popikone Harry Styles den Bund fürs Leben schließen werde. Sogar ein ziemlich großer Ring wurde schon entdeckt – oder auch nicht. Wirklich bestätigt wurde bisher nichts.
Doch so wie die Klatschblätter begeistern sich auch die Fans in den sozialen Medien angesichts der Möglichkeit, dass es mehr als gefunkt haben könnte zwischen den Superstars. Passen würde es: Beide sind stylish, kreativ und unberechenbar – ganz so wie das Saint-Laurent-Kleid, das Zoë auf der diesjährigen Met-Gala trug: viel schwarze Spitze, ein Hauch von Transparenz und dazu kunstvoll entspannt-verwuschelte Haare – typisch Zoë eben.