Großbritannien

Ausstellung zu Hamas-Massaker wegen Sicherheitsbedenken ohne Hinweisschild

Foto: picture alliance / Anadolu

Vor der Eröffnung einer Ausstellung zum von palästinensischen Terroristen verübten Massaker beim Nova-Musikfestival in Israel hat die Londoner Polizei nach Medienberichten verlangt, ein bereits angebrachtes Hinweisschild zu entfernen. Hintergrund seien Befürchtungen vor antisemitischen Vorfällen, gewaltsamen Protesten oder möglichen Terrorgefahren gewesen.

Die Organisatoren bestätigten laut einem Bericht der »Jerusalem Post«, dass das zentrale Schild in den vergangenen Tagen im Zuge der Vorbereitungen installiert worden war, auf Bitten der Polizei jedoch wieder verschwand. Es soll nun erst am offiziellen Eröffnungstag erneut angebracht werden.

Die Ausstellung über das Massaker vom 7. Oktober 2023 wird erstmals in Großbritannien gezeigt. Die Schau gastiert vom 20. Mai bis zum 5. Juli in London und war zuvor bereits unter anderem in New York City, Los Angeles, Buenos Aires, Miami, Toronto und Washington, D.C. zu sehen. Nach Angaben der Veranstalter besuchten insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen die Ausstellung.

Geheimer Standort

Die Organisatoren beschreiben das Projekt als umfassende Erinnerung an den Angriff auf das Nova-Festival nahe der Grenze zum Gazastreifen. Besucher sollen die Ereignisse anhand originaler Gegenstände und Rekonstruktionen nachvollziehen können. Gezeigt werden unter anderem ausgebrannte Fahrzeuge, beschädigte Strukturen, persönliche Hinterlassenschaften der Opfer sowie Videoaufnahmen und Aussagen von Überlebenden.

Lesen Sie auch

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen bemühten sich die Behörden darum, den genauen Standort der Ausstellung möglichst lange geheim zu halten. Dadurch sollte verhindert werden, dass bereits vor der Eröffnung radikale Demonstrationen oder andere Störaktionen organisiert werden.

Der Veranstaltungsort wurde bislang offiziell nicht bekanntgegeben. Die Sicherheitsmaßnahmen gelten laut Bericht als außergewöhnlich umfangreich. Die Londoner Polizei arbeitet dabei eng mit weiteren Sicherheitsbehörden sowie den Organisatoren zusammen, hieß es in Medienberichten. Auch Anti-Terror-Einheiten seien eingebunden.

Demnach sollen sowohl uniformierte als auch zivile Einsatzkräfte rund um das Gelände und auf den Zufahrtswegen präsent sein. Zusätzlich seien technische Systeme vorgesehen, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und Besucher zu schützen. im

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  02.07.2026

Schweiz

Zürcher Attentäter schweigt vor Gericht

Der 17-jährige Angeklagte, der am 2. März 2024 in Zürich einen orthodoxen jüdischen Mann fast tötete, verweigert vor Gericht jede Aussage. Ihm droht wegen mehrfachen versuchten Mordes die höchstmögliche Jugendstrafe von einem Jahr Freiheitsentzug.

von Nicole Dreyfus  02.07.2026

USA

Es war einmal ein »Reich der Güte«

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Aus jüdischer Perspektive war die Entstehung der Neuen Welt auch der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte

von Paul Bentin  02.07.2026

Großbritannien

Oberrabbiner Mirvis fordert, den Ruf »Tod der IDF« unter Strafe zu stellen

Oberrabbiner Mirvis hat die Politik seines Landes zu einem schärferen juristischen Vorgehen gegen anti-israelische und antisemitische Hassrede aufgefordert

 01.07.2026

Proteste gegen Kushner-Projekt

Ein Land sieht pink: Albaniens Flamingo-Revolution ist nicht zu stoppen

Flamingos überall - und kein Ende in Sicht: EU-Beitrittskandidat Albanien ist fest im Griff einer Protestwelle. Fällt die Regierung unter der pinken Revolution?

von Markus Schönherr  30.06.2026

Österreich

Rabbiner Yaron Nisenholz wird Wiens neuer Oberrabbiner

Nach einem internationalem Auswahlverfahren übernimmt Rabbiner Yaron Nisenholz die religiöse Führung der IKG Wien

von Nicole Dreyfus  29.06.2026

Venezuela

Jüdische Gemeinde beklagt drei Tote, mehr als 100 Obdachlose

Das Erdbeben in Venezuela hat auch für die rund 5000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft des Landes schwere Folgen

 29.06.2026

Eva Erben

»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

von Michael Thaidigsmann  26.06.2026