Washington D.C.

JD Vance: Iran akzeptiert Forderungen der USA nicht

Vizepräsident JD Vance Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die indirekten Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran haben in Genf offenbar erste begrenzte Fortschritte gebracht. Zugleich bleibt klar, dass ein Scheitern der Verhandlungen durchaus möglich ist. US-Vizepräsident JD Vance sprach von gemischten Ergebnissen und betonte, Washington halte an klaren Bedingungen fest.

»In gewisser Weise lief es gut. Sie haben zugestimmt, sich erneut zu treffen«, sagte Vance. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass Teheran zentrale Forderungen der US-Regierung bislang nicht akzeptiere. Zu diesen »roten Linien« gehöre vor allem, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Ein nuklear bewaffneter Iran würde aus Sicht der USA eine globale Aufrüstungsspirale auslösen.

Vance betonte, Präsident Donald Trump setze weiterhin auf eine diplomatische Lösung, schließe aber andere Optionen nicht aus. »Wir hoffen, dass wir diesen Punkt nicht erreichen, aber wenn die Diplomatie an ihr natürliches Ende kommt, wird der Präsident entscheiden«, erklärte er. Ein US-Regierungsvertreter sagte gegenüber amerikanischen Medien, Teheran habe zugesagt, innerhalb von zwei Wochen detaillierte Vorschläge vorzulegen, um Differenzen zu überbrücken.

Positive Signale als »Nebelkerze«

Während iranische Vertreter die Gespräche als konstruktiv beschrieben und von einer Einigung über grundlegende Leitlinien sprachen, äußerten israelische Regierungsvertreter dortigen Presseberichten zufolge Zweifel. Ein hochrangiger israelischer Beamter wurde mit den Worten zitiert, die positiven Signale seien »eine Nebelkerze«, die Chancen auf ein Abkommen seien gering. In israelischen Berichten heißt es zudem, Washington und Jerusalem bereiteten sich bereits auf ein Scheitern der Gespräche vor.

Lesen Sie auch

Parallel zu den Verhandlungen verstärken die USA ihre militärische Präsenz im Nahen Osten. Innerhalb von 24 Stunden wurden Berichten nach mehr als 50 Kampfjets in die Region verlegt, darunter F-22-, F-35- und F-16-Maschinen. Auch Tankflugzeuge und Flugzeugträgerverbände wurden in Stellung gebracht. Trump hatte zuvor erklärt, ein Sturz des iranischen Regimes »wäre das Beste, was passieren könnte«, und mit Konsequenzen gedroht, falls kein Abkommen zustande kommt.

Teheran reagierte darauf mit scharfer Rhetorik. Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei warnte die USA vor militärischen Schritten und erklärte: »Ein Kriegsschiff ist sicherlich eine gefährliche Waffe, aber noch gefährlicher ist die Waffe, die es auf den Meeresgrund schicken kann.« Irans Präsident Masoud Pezeshkian betonte zugleich, sein Land strebe keine Atomwaffen an und sei bereit, entsprechende Überprüfungen zuzulassen.

Die Verhandlungen konzentrieren sich offiziell auf das iranische Atomprogramm, während die USA auch Raketenprogramme und Irans Unterstützung regionaler Terrororganisationen thematisieren wollen. Teheran fordert umfassende Sanktionserleichterungen und lehnt zusätzliche Forderungen als unrealistisch ab. im

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  10.07.2026

Bundesrat

Länder: Aufrufe zur Vernichtung Israels sollen strafbar werden

Der Bundesrat hat am Freitag einen Vorschlag Hessens gebilligt, wonach die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels bestraft werden soll. Ob ihn die Bundesregierung aufgreift, ist noch unklar

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Warschau

Vor 85 Jahren wurden die Juden von Jedwabne ermordet

Ein Massaker 1941 belastet das Verhältnis von Juden und Polen: Anstifter waren Deutsche, doch die Täter waren Polen. Ein Ex-Präsident hat zu dem Gedenktag eine klare Botschaft

 10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Hamburg/Haifa

Netanjahu bremst Milliarden-Fusion von Hapag Lloyd und Zim

Hapag-Lloyd würde die israelische Reederei gerne übernehmen. Doch der israelische Ministerpräsident hat Sicherheitsbedenken

 10.07.2026

Hamburg

Ein Jahr nach Beginn des Block-Prozesses kein Ende in Sicht

Am 11. Juli 2025 startete am Landgericht der spektakuläre Prozess um die Entführung der Block-Kinder. 63 Verhandlungstage gab es seither. Was ist noch offen?

 10.07.2026

Tirana

Albaniens Premier gibt Millionen für Kanye-Konzert aus

Ein geplanter staatlich geförderter Auftritt spaltet das Land – und verstärkt die ohnehin seit langem wachsende Kritik an Ministerpräsident Rama. Die jüdische Gemeinde will eine Absage

 10.07.2026

New York

Bericht: Israel warnte Trump vor neuem iranischem Anschlagsplan gegen ihn

Seit der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani Anfang 2020 droht der Iran Trump mit Vergeltung

 10.07.2026