Paris

Frankreich fordert Rücktritt von Francesca Albanese

Die UN-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese Foto: picture alliance / Anadolu

Frankreich hat den Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, gefordert. Außenminister Jean-Noël Barrot warf ihr vor, mit jüngsten Äußerungen rote Linien überschritten zu haben. Ihre Aussagen richteten sich nicht nur gegen die israelische Regierungspolitik, sondern gegen Israel als Nation und Volk, was »absolut inakzeptabel« sei, erklärte Barrot vor der Nationalversammlung. Französische Zeitungen zitierten ihn.

Auslöser der Kontroverse waren Aussagen Albaneses bei einer Online-Konferenz in Doha, bei der sie im Zusammenhang mit Israel von einem »gemeinsamen Feind« sprach. Sie hatte beklagt, viele Staaten hätten Israel bewaffnet, politisch gedeckt und wirtschaftlich unterstützt. Später sagte Albanese, sie habe nicht Israel selbst als Feind bezeichnet, sondern »ein System aus politischer, finanzieller und militärischer Unterstützung«, das ihrer Ansicht nach »schwere Verbrechen« ermögliche.

Barrot wies diese Einordnung zurück und bezeichnete Albanese als politische Aktivistin, die mit »Hassreden« arbeite und damit sowohl der palästinensischen Sache als auch den Vereinten Nationen schade. Ihre bisherigen Äußerungen – darunter Vergleiche Israels mit dem Dritten Reich oder Aussagen zum Hamas-Angriff vom 7. Oktober – seien Teil einer langen Reihe skandalöser Positionen. Sie könne »in keiner Weise im Namen der UN sprechen und verrät deren Geist«, sagte der Minister.

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Der Vorstoß aus Paris folgt auf eine Initiative mehrerer Abgeordneter des Präsidentenlagers, die in einem Schreiben an das Außenministerium eine sofortige Aberkennung ihres UN-Mandats gefordert hatten. Einige Politiker hatten Albanese zudem beschuldigt, Israel als »Feind der Menschheit« bezeichnet zu haben – eine Formulierung, die sie nach eigener Darstellung nie verwendet hat.

Albanese verteidigte sich in sozialen Netzwerken und forderte ihre Kritiker auf, eine entsprechende wörtliche Aussage zu belegen.

Die Auseinandersetzung markiert die jüngste Eskalation im Streit um die umstrittene UN-Expertin, die in der Vergangenheit bereits von den USA sanktioniert worden war. im

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