Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot. Der Journalist, Autor und Gründer des Vereins »Gesicht Zeigen!« starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie die Geschäftsführerin des Vereins, Sophia Oppermann, unter Berufung auf die Familie sagte. Heye hatte unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) von 1998 bis 2002 das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung geleitet.
Der jetzige Regierungssprecher Stefan Kornelius, hob hervor, Heye habe für einen »kollegialen, wertschätzenden Umgang mit Kolleginnen, Kollegen, Journalistinnen und Journalisten« gestanden. »Er prägte das Amt mit seinem Gespür für Sprache und ihre Wirkung - und mit einer Standfestigkeit, die er auch nach seiner aktiven Zeit als engagierte Stimme gegen Rechtsextremismus bewahrte. Diese Klarheit und Menschlichkeit werden uns fehlen«, unterstrich Kornelius.
Im Jahr 2000 gründete Heye den Verein »Gesicht zeigen« gemeinsam mit Paul Spiegel und Michel Friedman. Sie wollten damit ein deutliches Signal gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus in Deutschland setzen. »Seine klare politische Stimme wird uns und der Öffentlichkeit fehlen«, hieß es am Montag vom Verein. »Wir werden den Kampf gegen Rechtsextremisten in seinem Sinne fortführen.«
Der am 31. Oktober 1940 in Reichenberg geborene Heye arbeitete nach seinem Volontariat zunächst für verschiedene Zeitungen. Später war er Pressereferent des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt und stellvertretender SPD-Parteisprecher. 1990 wurde er Staatssekretär und Regierungssprecher beim damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder, dem er dann auch nach Berlin folgte.
Für Schlagzeilen sorgte Heye im Jahr 2006, als er kurz vor der Fußball-WM Ausländern riet, bestimmten Gegenden in Deutschland fernzubleiben wegen rechter Gewalt.
Heye lebte zuletzt in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Er war in dritter Ehe mit der Kulturberaterin Sabine Haack verheiratet und Vater dreier Kinder.
Der Zentralrat der Juden nahm am Morgen Stellung: »Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Uwe-Karsten Heye«, so die jüdische Dachorganisation. »Mit ihm verliert Deutschland eine bedeutende Stimme im Einsatz für Demokratie und gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.« Der Zentralrat werde Uwe-Karsten Heye ein ehrendes Andenken bewahren. dpa