Die Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko. Der Urenkel des ehemaligen Buchenwald-Häftlings Boris Romantschenko sei nach Angaben der Gedenkstätte vor wenigen Tagen bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Café in Charkiw schwer an den Beinen verletzt worden.
Der 18-jährige Student benötige dringend medizinische Behandlung und Unterstützung auf dem Weg der Genesung, teilte ein Stiftungssprecher am Freitag in Weimar mit.
Das Internationale Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora erklärten gemeinsam, Boris Romantschenko habe sich über Jahrzehnte dafür eingesetzt, dass die Erfahrungen der Verfolgten nicht vergessen werden. Die gesamte Familie Romantschenko sei der Erinnerungsarbeit seit vielen Jahren eng verbunden.
Diese Verbundenheit dürfe sich nicht auf Gedenktage beschränken, sondern müsse sich dann bewähren, wenn Hilfe gebraucht werde.
Auch Boris Romantschenko starb durch einen russischen Angriff
Auch Boris Romantschenko wurde Opfer des russischen Angriffskrieges. Der Holocaust-Überlebende ist am 18. März 2022 im Alter von 96 Jahren bei der Bombardierung seines Wohnhauses in Charkiw getötet worden. Seine Enkelin Julia führt sein Engagement heute als ukrainische Vizepräsidentin des IKBD fort.
Boris Romantschenko überlebte die Konzentrationslager Buchenwald, Peenemünde, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Als Vizepräsident des IKBD für die Ukraine setzte er sich jahrzehntelang für die Erinnerung an die NS-Verbrechen ein. 2015 verlas er bei der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung auf dem ehemaligen Appellplatz den Schwur von Buchenwald. epd