Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Andy Burnham
Andy Burnham Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die britische Regierung hat einen Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, der historische Beschränkungen für katholische und jüdische Premierminister aufheben soll. Künftig sollen auch Premierminister dieser Glaubensrichtungen den König bei der Ernennung von Bischöfen und Erzbischöfen der Church of England beraten dürfen.

Die Church of England ist die offizielle Staatskirche Großbritanniens und Mutterkirche der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft. Sie spaltete sich in den 1530er-Jahren unter König Heinrich VIII. von der römisch-katholischen Kirche ab.

200 Jahre alte Regelung

Die bisher geltenden Regelungen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sie sollten damals zwar die Rechte von Katholiken und Juden im öffentlichen Leben erweitern, enthielten aber weiterhin ein Verbot, wonach Angehörige dieser Religionen den Monarchen bei kirchlichen Ernennungen nicht beraten durften.

Neuer Premier ist Katholik

Der jetzige Premierminister Andy Burnham, selbst Katholik und der erste katholische britische Premierminister, hatte die Regelung als »nicht akzeptabel« bezeichnet. Nun hat seine Beschwerde offensichtlich Erfolg.

Bis zur Änderung des Gesetzes hat der Premier die Zuständigkeit für die kirchlichen Ernennungen vorübergehend an den Lord Chancellor übertragen, ein hochrangiges Mitglied der britischen Regierung.

»Eine kurze und gezielte Maßnahme zur Modernisierung des Verfassungsrechts.«

Der Gesetzentwurf sei eine »kurze und gezielte Maßnahme zur Modernisierung des Verfassungsrechts«, so die Regierung. Er muss nun noch vom Unterhaus und Oberhaus gebilligt werden. Erst danach können die bisherigen Beschränkungen aufgehoben werden. Dann wären auch einem möglichen zukünftigen jüdischen Premier keine Steine mehr in den Weg gelegt. ja

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