Peter Max, einer der bekanntesten Vertreter der psychedelischen Pop-Art, ist tot. Der Künstler starb nach Angaben seiner Familie am Montag in einem Krankenhaus in Manhattan. Er wurde 88 Jahre alt.
Mit seinen leuchtenden Farben, kosmischen Motiven und fantasievollen Figuren prägte Max das visuelle Erscheinungsbild der amerikanischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre. Seine Bilder fanden sich nicht nur in Galerien, sondern auch auf Zeitschriftentiteln, Plattencovern, Briefmarken und bei großen öffentlichen Veranstaltungen.
Peter Max Finkelstein wurde 1937 in Berlin in eine jüdische Familie hineingeboren. Bereits im folgenden Jahr flohen seine Eltern mit ihm vor den Nazis. Die Familie ging zunächst nach Shanghai, wo zahlreiche europäische Juden während der NS-Zeit Zuflucht fanden.

Unverwechselbarer Stil
1948 ging die Familie in den neu gegründeten Staat Israel. Sie ließ sich schließlich in Haifa nieder. Max lebte dort etwa dreieinhalb Jahre, lernte Hebräisch und erhielt ersten Malunterricht bei einem aus Wien stammenden Künstler.
Seine Kindheit und Jugend waren von mehreren Stationen geprägt. Nach Israel ging es für die Familie weiter in die USA. 1953 kam der damals 16-jährige Max nach Brooklyn. Später studierte er an der Art Students League in New York.
1962 eröffnete Max gemeinsam mit dem Künstler Tom Daly ein Studio in Manhattan. Zunächst arbeiteten die beiden unter anderem an Buchillustrationen und Grafikdesign. Innerhalb weniger Jahre entwickelte Max jedoch einen unverwechselbaren Stil, der ihn weit über die Kunstszene hinaus bekannt machte.
Intensive Farben
Seine Bilder waren geprägt von intensiven Farben, Sternen, Planeten, Regenbogen, Schmetterlingen, Tauben und anderen Motiven, die mit der Flower-Power- und Hippie-Kultur verbunden wurden. Auch seine Faszination für Astronomie floss immer wieder in seine Arbeiten ein.
Max porträtierte zudem zahlreiche Persönlichkeiten aus der Musik- und Unterhaltungsbranche. Zu seinen Motiven gehörten unter anderem die Beatles, Jimi Hendrix und Mick Jagger. 1968 trat er in der »Tonight Show« mit Johnny Carson auf, ein Jahr später erschien sein Porträt auf dem Titelblatt des Magazins »Life«.
Seine Kunst blieb nicht auf Papier und Leinwand beschränkt. Max gestaltete unter anderem eine Briefmarke für den US Postal Service. Außerdem bemalte er die Außenfläche einer Boeing 777 der Fluggesellschaft Continental Airlines sowie den Rumpf des Kreuzfahrtschiffs Norwegian Breakaway.
Auch bei großen Sportereignissen war er als Künstler beteiligt. Er wurde unter anderem mit der Gestaltung für die Grammy-Verleihung, die Fußball-Weltmeisterschaft und das US-amerikanische Winter-Olympiateam 2006 betraut.
Seine Arbeiten wurden nach Angaben seiner Website in mehr als 46 Museen und über 50 Galerien weltweit gezeigt. Zu den wiederkehrenden Motiven seiner späteren Karriere gehörte die Freiheitsstatue. 1981 wurde Max von Nancy Reagan ins Weiße Haus eingeladen, um Porträts des New Yorker Wahrzeichens anzufertigen.
Nachhaltige Prägung
Auch nach seinem internationalen Durchbruch verlor Max die Verbindung zu seiner jüdischen Herkunft und zu Israel nicht. Er sagte, die jüdischen Gemeinden in Shanghai, Israel und Brooklyn hätten ihn nachhaltig geprägt.
Seine Fluchtgeschichte wurde ebenfalls Teil seines öffentlichen Vermächtnisses. Material über den Künstler wurde im Shanghai Jewish Refugees Museum gezeigt, das an die jüdische Gemeinschaft erinnert, die während der Nazi-Zeit zahlreichen Flüchtlingen aus Europa Schutz bot.
Auch Israel tauchte in seinem künstlerischen Werk immer wieder auf. Zu seinen jüdisch und israelisch geprägten Arbeiten gehörte »36 Rabins«, eine Serie von Porträts des 1995 von einem israelischen Extremisten ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin.

Tief geliebt
Im Laufe seiner Karriere veränderte sich Max’ Stil mehrfach. Auf frühe realistische Arbeiten folgten in den 1960er Jahren seine charakteristischen Pop-Art-Werke. In den 1970er Jahren entwickelte sich sein Stil weiter in Richtung Neo-Fauvismus.
Max selbst beschrieb sein Leben als eine Reise, die von unterschiedlichen Orten, Eindrücken und Erfahrungen geprägt worden sei. »Meine Lebensreise war eine Odyssee durch Zeit und Raum, voller lebhafter Momente, reich an Farben, atemberaubenden Eindrücken und lebendig durch wohlklingende Töne«, sagte er laut seiner offiziellen Biografie.
Seine Tochter Libra verabschiedete sich mit persönlichen Worten: »Mein Vater war mein bester Freund. Ich fühle mich unglaublich gesegnet, so tief geliebt worden zu sein und seine Tochter gewesen zu sein.« Neben seinem künstlerischen Vermächtnis sollten die Menschen auch seine Freundlichkeit und Sanftmut in Erinnerung behalten, sagte sie. im