Washington D.C.

Bill Gates: Epstein hat mich erpresst

Am Mittwoch verlässt Bill Gates eine Anhörung der Aufsichtskommission des US-Repräsentantenhauses. Foto: picture alliance / newscom

Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat Medienberichten zufolge vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt, von dem 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erpresst worden zu sein. Epstein habe um seine außerehelichen Beziehungen gewusst und diese gegen ihn als Druckmittel eingesetzt, sagte Gates demnach am Mittwoch (Ortszeit) bei seiner freiwilligen Aussage vor dem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Auch mit »vielen zusätzlichen Lügen« habe Epstein versucht, ihn zu einer Wiederaufnahme der beiderseitigen Kontakte zu zwingen. Dieser Versuch sei jedoch gescheitert.

In einer vorbereiteten Erklärung, aus der mehrere US-Medien zitieren, sagte Gates, er habe Epstein 2011 kennengelernt, den Kontakt aber 2014 abgebrochen. Dieser habe ihm zunächst versprochen, Milliarden Dollar an Spenden für globale Gesundheitsprojekte beschaffen zu können. Daraus sei aber nie etwas geworden.

Anhörung ohne Videoaufzeichnung

»Falls die Zeit, die ich mit Epstein verbracht habe, ihm irgendeine Glaubwürdigkeit verliehen hat, tut mir das zutiefst leid«, hieß es den Berichten zufolge in Gates’ Erklärung. Die Anhörung fand hinter verschlossenen Türen und ohne Videoaufzeichnung statt.

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Der Kontrollausschuss im US-Repräsentantenhaus soll das Missbrauchsnetzwerk des 2019 verstorbenen Finanzinvestors Epstein politisch aufarbeiten. Der jüdische Investor aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige auch selbst missbraucht haben. 2019 war er mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.

Der 70-jährige Gates räumt den Berichten zufolge ein, es sei eine »schwerwiegende Fehleinschätzung« gewesen, Epstein zu treffen. Kriminelles Verhalten habe er aber nie beobachtet. »Ich war nie auf seiner Insel, seiner Ranch oder in seinem Haus in Florida. Ich habe niemals jemandem Schaden zugefügt.« Vor der Anhörung hatte Gates die Hoffnung geäußert, dass seine Aussage dazu beiträgt, »Gerechtigkeit für die Opfer« zu erreichen. 

Kein Fehlverhalten

Der republikanische Ausschusschef James Comer hatte vor Beginn der Befragung gesagt, dass die Kongressmitglieder etwas über Gates’ Beziehung zu Epstein und dessen Gehilfin Ghislaine Maxwell erfahren wollten. Comer betonte, dass es keine Vorwürfe zu Fehlverhalten gegen Gates gebe.

Der Microsoft-Mitgründer und Philanthrop ist einer der reichsten Männer der Welt. Wie viele andere Prominente aus zahlreichen Ländern hatte er laut Akten des US-Justizministeriums Kontakt zu Epstein. Gates und seine Frau Melinda hatten 2021 nach 27 Jahren Ehe ihre Scheidung angekündigt. dpa/ja

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