Aus Sicht der britischen Außenministerin war die Ernennung des früheren Epstein-Freundes Peter Mandelson zum Botschafter in den USA ein großer Fehler. Mandelson »hätte niemals zum Botschafter in den Vereinigten Staaten ernannt werden dürfen«, sagte Yvette Cooper auf eine Frage nach am Montag veröffentlichten Regierungsdokumenten bei einem Besuch in China.
Die Ernennung des Labour-Veteranen stürzte die britische Regierung in eine schwere Krise. Premierminister Keir Starmer hätte sie beinahe sein Amt gekostet, das nach wie vor am seidenen Faden hängt.
In den neu veröffentlichten Mandelson-Akten offenbaren sich teils bizarre Details. Verschiedene Regierungsmitglieder lästerten etwa mit Mandelson über Starmer und andere Kabinettskollegen. Aus Sicht der Außenministerin herrsche nun Transparenz. »Das ist immer ein wenig schmeichelhafter Prozess, aber es ist richtig, transparent zu sein«, sagte sie. Fragen nach ihrem Vertrauen in den angeschlagenen Premier wich Cooper britischen Medien zufolge teils aus.
Wie eng Mandelson mit dem jüdischen US-Investor und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verbandelt war, wurde im vergangenen Jahr durch die vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten offenbart. Starmer entließ Mandelson nach den Enthüllungen. Doch Fragen zum Berufungsprozess und wie viel der Premier wirklich wusste, hängen dem Labour-Politiker nach.
Gegen Mandelson ermittelt inzwischen die Polizei wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens im Amt. Der 72-Jährige steht im Verdacht, während seiner Zeit als Wirtschaftsminister unter Ex-Premier Gordon Brown vertrauliche Informationen an den Finanzier Epstein weitergeleitet zu haben. dpa