Kommentar

Intifada-Party bei der Linken

Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen

Es ist wie der sprichwörtliche Kaugummi an der Schuhsohle. Kaum ist ein Skandal über das – höflich ausgedrückt – problematische Verhältnis der Partei »Die Linke« zu Israel vorbei, da kommt schon der nächste um die Ecke. Das Thema klebt förmlich an ihr.

Diesmal war es eine Veranstaltung des Berliner Bezirksverbands Neukölln, auf der der Rapper Dahabflex mit Texten wie »Yalla, Yalla Intifada, Westbank, Palästina, Gaza« sowie »Death to the IDF« für Partylaune sorgte. Oder anders formuliert: Geboten wurden Gewalt und Judenmord zum Mitsingen und Tanzen.

Wer glaubt, die Verantwortlichen hätten vielleicht nicht gewusst, wen man sich da ins Haus holte, oder gar interveniert, liegt falsch. Dahabflex eilt sein Ruf, den palästinensischen Terror abzufeiern, voraus. So jemanden bucht man nicht trotz, sondern genau wegen seiner Pose. Und Neuköllns Linke-Bezirksfrontmann Hermann Nehls war von allem so schwer begeistert, dass er auf die Bühne sprang und Fotos machte.

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Wer sich nicht begeistert zeigte, war Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken für die Berliner Abgeordnetenhauswahl. In den Umfragen hat sie derzeit einen hauchdünnen Vorsprung vor ihren Mitbewerbern. Solche Skandale sind da pures Gift. Zwar verurteilte Eralp pflichtgemäß die gerappten Aufrufe zur Gewalt an Juden, das Wort »Antisemitismus« kam ihr jedoch nicht dabei über die Lippen.

Dieses benutzt sie wohl nur, so geschehen am Freitag auf dem Wahlforum in der Dar-Assalam-Moschee in Neukölln, wenn gleichzeitig vom »antipalästinensischen Rassismus« gesprochen wird – einem Begriffspaar, das unter Linken gerade Konjunktur hat.

Eralps Dilemma

Denn Eralps Dilemma: Die einflussreiche Landesarbeitsgemeinschaft »Palästinasolidarität« der Partei rotiert selbst bei handzahmster Kritik. Dort monierte man auch prompt, dass jetzt »Parteigenoss:innen den Wölfen zum Fraß« vorgeworfen würden.

Die Opferrolle beherrschen sie bestens. Also wird der Ball flach gehalten, auch von Eralp – und der Kaugummi klebt weiter.

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