Berlin

»Death to the IDF«: Linke Spitzenkandidatin zeigt sich »entsetzt«, nicht alle nehmen ihr dies ab

Elif Eralp (Die Linke) Foto: picture alliance / dts-Agentur

Die Berliner Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp hat den Auftritt eines Rappers mit Gewaltaufrufen bei einer Wahlkampfveranstaltung des Neuköllner Bezirksverbandes ihrer Partei kritisiert. »Wie meine Parteivorsitzende Kerstin Wolter verurteile ich den Auftritt in Neukölln aufs Schärfste. Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen sind absolut inakzeptabel«, erklärte sie. »Ich bin entsetzt, die Verantwortlichen hätten sofort intervenieren müssen.«

Nun stellt sich heraus: Der Linken-Bezirksverband in Neukölln wurde bereits vor knapp einem Jahr vor Dahab Flex und dessen Texten gewarnt, als der Rapper bei einer von der Linken beworbenen Kundgebung mit dem Titel »Zusammen für Gaza« auftreten sollte. Die frühere Vizevorsitzende der Linken, Martina Renner, wies damals in sozialen Medien darauf hin.

Gestern, am Sonntag wies der ehemalige Kultursenator der Linken, Klaus Lederer auf die damalige Warnung hin: »Nichts davon ist neu, nichts davon nicht oft genug gesagt worden«, schrieb er auf der Plattform Bluesky. »Jede ostentative Überraschtheit und ›Wut‹, wenn es wieder mal öffentlich wird, ist performativ. Die Frage ist die, wer hier wann mal Verantwortung übernehmen will.«

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Nach einem früheren Eklat über Antisemitismus trat Lederer im Oktober 2024 zusammen mit vier weiteren Politikern aus der Linken aus, blieb aber zunächst Abgeordneter deren Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Die Veranstaltung am Freitagabend auf dem Herrfurthplatz hieß »Wütend auf den Kapitalismus«. Angekündigt waren Kandidaten der Linke für die Abgeordnetenhauswahl und die BVV-Wahlen am 20. September sowie Musiker und andere Künstler. Nach Medienberichten soll ein umstrittener Rapper ein Lied gegen den Krieg Israels in Gaza mit Zeilen wie »Yalla Yalla Intifada Westbank, Palästina, Gaza« sowie »Death to the IDF« (Tod der israelischen Armee) gesungen haben. Viele Zuschauer tanzten und klatschten, die anwesenden Politiker reagierten demnach nicht.

Intifada bezeichnet Terror gegen Israel. Bei Angriffen und Selbstmordanschlägen ermordeten palästinensische Terroristen vor allem in den 80er und 2000er Jahren viele Zivilisten, darunter Teenager vor einem Club, ganze Familien in einem »Sbarro«-Restaurant sowie Passagiere in Bussen. im/dpa

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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