Nahost

USA greifen Ziele im Iran an

Eine F/A-18E Super Hornet startet vom Flugzeugträger USS George Washington Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Nach einer rund einmonatigen Pause haben die USA wieder einen Militärschlag gegen Ziele im Iran geführt. Auf der Insel Larak im Persischen Golf griffen US-Streitkräfte am Sonntag zwei iranische Raketenwerfer an. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) hatten Einheiten der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) dort Vorbereitungen getroffen, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormus zu feuern. Amerikanische und israelische Medien berichteten.

Der Sprecher des US-Zentralkommandos, Commander Tim Hawkins, erklärte, die iranischen Kräfte seien bei den Vorbereitungen beobachtet worden. Erst in der vergangenen Woche hatte das US-Militär nach eigenen Angaben damit begonnen, die internationalen Schifffahrtswege in der Straße von Hormus von Seeminen zu räumen.

Der Angriff auf Larak war die erste bestätigte US-Militäraktion gegen den Iran seit dem 29. Juli. Damals hatte Washington eine schwere Angriffswelle gegen Dutzende Ziele der Revolutionsgarden gemeldet. Wenige Tage später hatte US-Präsident Donald Trump auf Bitten der Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien und der Vereinigten Arabischen Emirate zunächst von weiteren Angriffe abgesehen.

Scharfe Drohungen

Teheran reagierte auf den neuen US-Angriff mit scharfen Drohungen. Ein Sprecher der Revolutionsgarden, General Hossein Mohebi, bezeichnete den Schlag als »fatalen Fehler des Trump-Regimes im Wirtschaftskrieg« und kündigte Konsequenzen an. Die iranischen Revolutionsgarden sprachen zudem vom »Martyrium und der Verletzung mehrerer unserer Kämpfer und Landsleute«.

Kurz darauf folgte ein iranischer Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkte in Jordanien. Nach Angaben der IRGC wurden ballistische Raketen auf die Militärbasen King Hussein und Al-Azraq abgefeuert. Die jordanischen Streitkräfte teilten mit, ihre Luftabwehr habe acht Raketen abgefangen, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien. Nach ersten Angaben gab es weder Verletzte noch größere Sachschäden.

Lesen Sie auch

US-Präsident Trump verteidigte unterdessen die Entwicklung der vergangenen Monate. In einem Interview mit Fox News sagte er, es sei eine »sehr gute Sache« gewesen, dass der Iran andere Golfstaaten angegriffen habe. Dadurch habe Teheran »all die Unterstützung verloren, die sie hatten«.

»Als das Schießen begann, fingen sie an, auf Saudi-Arabien, Katar, die VAE, Bahrain und Kuwait zu zielen«, sagte Trump. »Sie zielten – alle waren schockiert. Ich war überrascht.«

Die neuerliche Eskalation ereignet sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus. Die strategisch wichtige Wasserstraße, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird, ist seit Beginn des Krieges stark beeinträchtigt. Eine von der US-Marine geführte internationale Koalition erklärte am Sonntag, der kommerzielle Schiffsverkehr verlaufe weiterhin auf »reduziertem Niveau«.

Trump hatte wiederholt erklärt, die Straße von Hormus sei »offen«. Nach Angaben der US-Regierung passierten in der vergangenen Woche 24 Schiffe die Wasserstraße. Vor Beginn des Krieges waren es allerdings rund 130 Schiffe pro Tag.

Tanker getroffen

Auch am Wochenende kam es zu einem Zwischenfall. Nach Angaben der United Kingdom Maritime Trade Organization, einer von der britischen Marine betriebenen Stelle zur Überwachung des Schiffsverkehrs, wurde ein Tanker nördlich der omanischen Stadt Khasab von einem unbekannten Geschoss getroffen. Das Schiff war in Richtung der Straße von Hormus unterwegs. Verletzte oder Umweltschäden wurden nicht gemeldet. Zu dem Vorfall bekannte sich zunächst niemand.

Das US-Militär erklärte außerdem, im Rahmen seiner Blockade iranischer Häfen bislang 83 Handelsschiffe umgeleitet und drei Schiffe außer Gefecht gesetzt zu haben.

Parallel zur militärischen Auseinandersetzung verstärkt die US-Regierung den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Finanzminister Scott Bessent kündigte an, noch in dieser Woche eine weitere Bank mit Sanktionen zu belegen. Einen Namen nannte er zunächst nicht. im

Berlin

»Yalla Intifada«: Gewaltaufruf bei Veranstaltung der Linken Neukölln

Bei einer Wahlkampfkundgebung der Linkspartei in Berlin-Neukölln performte der umstrittene Rapper Dahabflex. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp distanziert sich von dessen Auftritt

 30.08.2026

Querfurt

AfD-Politiker verteidigt russische Armeetasse im Büro

Der AfD-Politiker Tillschneider empfängt einen Journalisten in seinem Wahlkreisbüro. Dort gerät eine Tasse mit rotem Stern in den Blick. Der Politiker will eine Veröffentlichung verhindern? Warum?

 30.08.2026

Förderung

Prien: Hohe Beteiligung bei »Demokratie leben!«

Für den Umbau des Förderprogramms hat die Familienministerin viel Kritik eingesteckt. Doch die CDU-Politikerin sieht sich bestätigt. Zugleich sagt sie: »Ich habe verstanden«

 30.08.2026

Iran-Krieg

Chamenei wirbt für gemeinsame Front gegen USA und Israel

Irans oberster Führer fordert die muslimischen Staaten auf, sich gegen die USA und Israel zu verbünden. Dazu wendet er sich mit einer seltenen Nachricht an die Öffentlichkeit

 30.08.2026

Berlin

Insa-Umfrage: AfD in Sonntagsfrage weiter vorn

Stünde jetzt eine Bundestagswahl an, entschiede sich nur knapp jeder dritte Wähler für eine der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD. Vorn liegt unverändert eine andere politische Kraft

 30.08.2026

Ina Czyborra

Berlin

Kein Antisemitismusbeauftragter vor der Abgeordnetenhauswahl

Das Auswahlverfahren für eine Ansprechperson an Hochschulen der Bundeshauptstadt ist vorerst gescheitert

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Interim

Christoph de Vries übernimmt zeitweise Amt von Felix Klein

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte Felix Klein wechselt als deutscher Vertreter zur OECD nach Paris. Bis seine Nachfolge geklärt ist, übernimmt der Parlamentarische Staatssekretär seine Aufgaben

von Anna Mertens  28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026