Bereits im Januar hatten mehrere jüdische Organisationen im Vereinigten Königreich den Rücktritt des Polizeichefs der West Midlands Police, Craig Guildford, gefordert. Anlass war das umstrittene Stadion-Verbot für Fans von Maccabi Tel Aviv beim Europa-League-Spiel gegen Aston Villa am 6. November in Birmingham.
Als Innenministerin Shabana Mahmood dem für Birmingham zuständigen Polizeichef das Vertrauen entzog, trat Craig Guildford am 16. Januar von seinem Amt zurück. Als Guildford seinen Rücktritt bekanntgab, entschuldigte er sich nicht. Statt eigenes Fehlverhalten einzuräumen, machte er »politischen und medialen Rummel« für seinen Rücktritt verantwortlich.
Gegen den ehemaligen Chief Constable wird vom Independent Office for Police Conduct (IOPC) wegen groben Fehlverhaltens ermittelt. Er soll es versäumt haben, gebührende Sorgfalt bei der Bewertung von Geheimdienstinformationen walten zu lassen, die letztlich zu einem Ausschluss der israelischen Fans führten. Gegen drei weitere Polizisten und einen zivilen Mitarbeiter laufen ebenfalls Ermittlungen wegen möglichen Fehlverhaltens. Die Ermittlungen wurden bereits im Januar eingeleitet, aber erst diese Woche der Öffentlichkeit mitgeteilt.
David Toube, Generalrat des Jewish Leadership Council (JLC), begrüßte die Untersuchung, warnte jedoch, dass die Affäre das Vertrauen von britischen Jüdinnen und Juden in die Polizei schwer beschädigt habe. »Die Entscheidung, Fans von Maccabi Tel Aviv zu verbannen, anstatt die wirkliche Gewalt anzugehen, die drohte, hat der jüdischen Gemeinschaft eine klare Botschaft vermittelt – dass wir von der Polizei nicht vor der wachsenden Flut von Antisemitismus geschützt werden können«, zitiert ihn der »Jewish Chronicle«.
Die Handlungen hochrangiger Beamter der Polizei der West Midlands, auf Basis von Falschinformationen die Tel Aviv-Fans zu beschuldigen, hätten das Vertrauen der jüdischen Gemeinschaft in die Polizei erheblich beschädigt, so Toube.
Tory-MP: Gefahr ging von islamistischem Mob aus
Der hochrangige konservative Parlamentsabgeordnete Nick Timothy forderte, dass Guildford seine Abfindung zurückzahlen solle, wenn das IOPC ihn für schuldig hält. Bei dem skandalösen Umgang mit den Maccabi-Fans sei es um mehr gegangen als bloße Inkompetenz, so Timothy. Die Polizei habe Beweise fabriziert, um die israelischen Fans als gefährlich für die Anwohner darzustellen. Tatsächlich sei aber die Gefahr von einem islamistischen Mob ausgegangen, der sich bewaffnet habe, um Juden anzugreifen. ja