Tel Aviv/Birmingham

Ex-Geisel zu Ausschluss von Maccabi-Fans: »Schämt euch!«

Die frühere Geisel Emily Damari im Mai bei einem Fußballspiel in London Foto: picture alliance / dmg media Licensing

Die im Januar aus der Gefangenschaft der palästinensischen Terrororganisation Hamas entlassene ehemalige israelische Geisel Emily Damari hat die Entscheidung über den Ausschluss der Fußballfans von Maccabi Tel Aviv vom Europacupspiel bei Aston Villa scharf kritisiert. »Ich bin zutiefst schockiert über diese unerhörte Entscheidung, mir, meiner Familie und meinen Freunden den Besuch eines Aston-Villa-Spiels in Großbritannien zu verbieten«, schrieb die Frau, die sich als eingefleischter Maccabi-Fan bezeichnete, auf der Plattform X.

Fußball bringe Menschen unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Hautfarbe oder Religion zusammen, so Damari, die auch die britische Staatsangehörigkeit besitzt. »Diese widerliche Entscheidung bewirkt genau das Gegenteil. Schämt euch!« Es sei, als würde man ein großes Schild an ein Stadion hängen, auf dem stehe »Juden verboten!«, schrieb Damari und fragte: »Was ist aus Großbritannien geworden, wo unverhohlener Antisemitismus zur Normalität geworden ist? Was für eine traurige Welt, in der wir leben.«

Der englische Premier-League-Club hatte mitgeteilt, dass die Anweisung zum Ausschluss der israelischen Fans von der verantwortlichen Sicherheitsberatungsgruppe gekommen sei. Die Polizei der West Midlands habe demnach Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit außerhalb des Stadions, da mit möglichen Protesten zu rechnen sei.

Starmer kritisiert Ausschluss

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer kritisierte den Ausschluss. »Das ist die falsche Entscheidung«, schrieb der 63 Jahre alte Politiker am Donnerstag beim Portal X. »Wir werden Antisemitismus auf unseren Straßen nicht tolerieren.« Aufgabe der Polizei sei es, »dafür zu sorgen, dass alle Fußballfans das Spiel genießen können, ohne Angst vor Gewalt oder Einschüchterung haben zu müssen.«

Lesen Sie auch

Die UEFA verwies auf die Zuständigkeit der lokalen Behörden. »Die UEFA möchte, dass die Fans in einer sicheren und einladenden Umgebung reisen und ihre Mannschaft unterstützen können«, hieß es in einer Stellungnahme. Deshalb seien Clubs und die zuständigen Behörden aufgerufen, sich auf die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zu einigen, um dies zu ermöglichen.

In der Stellungnahme von Aston Villa hieß es: »Der Verein steht während des gesamten Prozesses im ständigen Dialog mit Maccabi Tel Aviv und den lokalen Behörden. Die Sicherheit der Fans und der Anwohner steht bei allen Entscheidungen an erster Stelle.«

Im Fußball, aber auch in anderen Sportarten gab es zuletzt immer wieder israelfeindliche Proteste bei Sportereignissen. Auch nach der Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der Hamas hat sich dies offensichtlich nicht geändert. dpa/ja

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026