Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach eigenen Angaben einen iranischen Anschlagsversuch auf einen seiner beiden Söhne öffentlich gemacht. Nähere Angaben zu dem mutmaßlichen Attentatsplan machte er jedoch nicht. Auch ließ er offen, ob Yair oder Avner Netanjahu im Visier gewesen sein soll.
»Hier ist etwas ziemlich Unglaubliches … Der Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen. Der Iran hat versucht, einen meiner Söhne zu töten, zu ermorden«, sagte Netanjahu am Montag in einem Telefoninterview mit dem regierungsnahen Fernsehsender Channel 14.
Israelische Medien berichteten anschließend, der Vorgang sei bereits seit mehreren Monaten Gegenstand einer Nachrichtensperre gewesen. Nach Angaben von Channel 12 weiß der israelische Sicherheitsapparat seit längerer Zeit von den mutmaßlichen iranischen Plänen.
Lebenslanger Personenschutz
Netanjahu brachte die Behauptung im Zusammenhang mit der Sicherheitsbewachung seiner Familie zur Sprache. Für seine beiden Söhne Yair und Avner soll mit dem Inlandsgeheimdienst Shin Bet vereinbart worden sein, dass ihr Schutz auch nach einem möglichen Machtwechsel bestehen bleibt. Seine Ehefrau Sara soll sogar lebenslangen Personenschutz erhalten. Die Vereinbarung wurde Berichten zufolge bereits im Juli getroffen.
»Die Sicherheit, die sie bekommen, ist also kein Luxus«, sagte Netanjahu. Ohne den Schutz für seine Söhne würden die mutmaßlichen Attentäter »erfolgreich« sein, fügte der Ministerpräsident hinzu.
Die Regelung ist zuletzt erneut in den Fokus gerückt, nachdem der Schin Bet erklärt hatte, dem Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot bewaffnete Leibwächter zu gestatten, diese aber nicht selbst zu stellen. Eisenkot tritt mit seiner Partei Yashar bei der für den 27. Oktober angesetzten Wahl gegen Netanjahu an.
Überwiegend im Ausland
Besonders umstritten ist seit Jahren der Umfang des Personenschutzes für Yair Netanjahu. Der Sohn des Ministerpräsidenten lebt überwiegend im Ausland, unter anderem in Miami, und ist vor allem wegen seiner scharfen Beiträge in sozialen Medien bekannt. Medien berichteten 2024, dass er dort in einem luxuriösen Wohnkomplex lebte und von einem Fahrer sowie zwei Leibwächtern aus der Eliteeinheit 730 des Shin Bet begleitet wurde. Die monatlichen Kosten für den Staat wurden damals auf rund 200.000 Schekel, etwa 55.000 Dollar, geschätzt.
Channel 12 berichtete, der mutmaßliche iranische Anschlagsversuch habe sich zu einer Zeit ereignet, als Yair Netanjahu nicht in Israel war. Der Sender stellte jedoch nicht ausdrücklich fest, dass er das Ziel des geplanten Anschlags gewesen sei.
Der Personenschutz für Sara Netanjahu und die beiden Söhne war ursprünglich im März 2023 genehmigt worden. Vorausgegangen war ein Vorfall in Tel Aviv, bei dem sich Hunderte Demonstranten vor einem Friseursalon versammelt hatten, während sich Sara Netanjahu darin aufhielt. Sie hatte damals erklärt, um ihr Leben gefürchtet zu haben. im