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Ben-Gurion-Flughafen: Chaos mit Ansage

Am 23. August warten Tausende Passagiere am Flughafen Ben Gurion, nachdem plötzlich ein Streik ausgerufen wurde. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die chaotischen Zustände am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv in der vergangenen Woche haben sich offenbar bereits Tage zuvor abgezeichnet. Protokolle einer Sitzung der Führungskräfte der israelischen Flughafenbehörde zeigen laut einem »Ynet«-Bericht, dass Verantwortliche vor einem gravierenden Personalmangel, zunehmenden Sicherheitsvorfällen und fehlender Einsatzbereitschaft im Notfall gewarnt hatten.

Das Treffen fand vier Tage vor dem vollständigen Stillstand des Flugbetriebs statt. Dabei ging es unter anderem um die Zahl der fehlenden Mitarbeiter, die zunehmende Erschöpfung des vorhandenen Personals und die daraus resultierenden Risiken für den Flughafenbetrieb.

Besonders deutlich wurden die Warnungen von Verantwortlichen für Brandschutz und Erste Hilfe. Beide erklärten nach den nun veröffentlichten Protokollen, dass ihre Bereiche personell nicht ausreichend aufgestellt seien, um bei mehreren gleichzeitigen Notfällen angemessen reagieren zu können.

Erheblicher Druck

Ein Manager wies bereits bei der Sitzung auf eine konkrete Folge des Personalmangels hin: »Aufgrund der Personallücke hat die Zahl der Sicherheitsvorfälle zugenommen.« Er forderte die Verantwortlichen auf, die einzelnen Vorfälle mit sämtlichen Mitarbeitern zu besprechen und auch deren Konsequenzen deutlich zu machen.

Dabei stand der Flughafen unter erheblichem Druck, weil die Hauptreisezeit im Sommer bevorstand. Ein Manager rechnete allein für August mit 2,6 Millionen Passagieren. Für September wurden rund 2,5 Millionen Reisende erwartet – nach seinen Angaben die höchste Zahl, die der Flughafen in diesem Monat jemals verzeichnet hat.

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Der Leiter der Flughafenfeuerwehr warnte jedoch, dass die personelle Ausstattung schon damals nicht den Anforderungen entsprach. »Das Verhalten der Verwaltung ist problematisch, und deshalb sind wir in dieser Situation«, sagte er. Ab November würden neue luftfahrtrechtliche Vorschriften gelten. Trotz wiederholter Hinweise darauf sei der Flughafen nicht ausreichend auf einen größeren Notfall vorbereitet.

Erhebliche Engpässe

»Wir erfüllen die Anforderungen an die operative Einsatzbereitschaft nicht, unter anderem wegen der Unterbesetzung der Schichten«, erklärte der Feuerwehrchef laut »Ynet«. »Wir sind verpflichtet, eine Reaktion zu gewährleisten, und ich habe das Gefühl, dass ich dazu nicht in der Lage bin, wenn mehrere Vorfälle gleichzeitig auftreten.«

Auch im Bereich der medizinischen Versorgung gab es erhebliche Engpässe. Der für Erste Hilfe zuständige Verantwortliche berichtete, dass ein zusätzlicher Fahrer für einen Rettungswagen fehle. Darüber hinaus seien fünf Sanitäter nicht besetzt. Terminal 1 könne unter diesen Umständen nicht ausreichend mit Personal ausgestattet werden. Besonders problematisch sei zudem, dass Mitarbeiter nicht für die notwendige Ausbildung zu Sanitätern freigestellt würden, hieß es bei der Sitzung.

Aus dem Bereich der Bodenabfertigung kam ebenfalls eine deutliche Warnung. Ein ranghoher Mitarbeiter sagte voraus, dass das System zur Rekrutierung und die Versetzung von Mitarbeitern zwischen verschiedenen Abteilungen irgendwann zusammenbrechen würden. Gleichzeitig beklagte er eine mangelnde Wertschätzung von Führungskräften und deren fachlichen Einschätzungen.

Kurzfristige Änderungswünsche

Auch in der operativen Leitung wurde vor einer möglichen Eskalation gewarnt. Ein ranghoher Mitarbeiter sagte: »Der schwere Vorfall wird kommen.«

Der erfahrene Teil der Belegschaft sei erschöpft, während neu eingestellte Mitarbeiter noch nicht über die notwendige Erfahrung verfügten, erklärte der Manager. Gleichzeitig werde die für den Betrieb benötigte Ausrüstung nicht ausreichend gewartet. Flugzeuge würden unter bestimmten Umständen auf Positionen geleitet, die nur im Rahmen eines erhöhten Risikomanagements vertretbar seien.

Die Probleme bestünden bereits seit längerer Zeit, sagte der Verantwortliche. Auch der Flugplan werde in der Praxis teilweise eher als »Empfehlung« für Bodenabfertiger und Fluggesellschaften behandelt. Kurzfristige Änderungswünsche belasteten wiederum andere Bereiche des Flughafens.

Am Donnerstag kam der Flugbetrieb am Ben-Gurion-Flughafen zum Erliegen. Dutzende Flüge wurden gestrichen, Hunderte weitere verspäteten sich. Insgesamt waren rund 100.000 Passagiere von den Auswirkungen betroffen. Das israelische Finanzministerium bezifferte den wirtschaftlichen Schaden auf rund 30 Millionen Schekel. Die Flughafenleitung machte den Betriebsrat für »Arbeitsstörungen« verantwortlich. Die Arbeitnehmervertretung bestritt, dass es sich um einen geplanten Streik gehandelt habe. im

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