Der Iran soll 10 Millionen Dollar auf den jüngsten Sohn von US-Präsident Donald Trump, Barron Trump, ausgesetzt haben. Grundlage für den Bericht ist ein Beitrag des iranischen Staatsfernsehens, der nach Angaben des oppositionellen Senders Iran International am Sonntag ausgestrahlt wurde.
Unter dem Titel »Wo kann man Barron Trump töten?« widmete der Staats-TV-Kanal dem 20-Jährigen einen dreiminütigen Beitrag. Darin wurde der Eindruck erweckt, iranische Stellen hätten sich intensiv mit dem Aufenthaltsort und den Gewohnheiten des Präsidentensohns beschäftigt. Gleichzeitig war der Beitrag stark inszeniert. Ob tatsächlich konkrete Vorbereitungen für einen Anschlag getroffen wurden, ließ sich daraus nicht ableiten.
Eine persischsprachige Sprecherstimme behauptete, »viele wären bereit«, die in dem Beitrag präsentierten Informationen zu nutzen, um Barron Trump aufzuspüren und zu töten. Die Sendung zeigte unter anderem animierte Darstellungen von Orten, an denen sich der Student angeblich regelmäßig aufhält. Auch seine Freizeitaktivitäten wie Videospiele und Treffen mit Freunden wurden thematisiert.
Realität oder Inszenierung?
Dabei wurde ein angeblicher Freund namens Liam Carter namentlich genannt. Unklar blieb allerdings, ob es sich um eine reale Person handelt oder ob Name und Social-Media-Profil lediglich für die Inszenierung des Fernsehbeitrags verwendet wurden.
Als mutmaßlicher Hauptwohnsitz von Barron Trump identifizierte der Bericht die Studentenwohnheime des Constance Milstein & Family Global Academic Center der New York University in Washington. Barron studiert an der NYU und wechselte nach seinem ersten Studienjahr am Campus in Manhattan an den Standort in der US-Hauptstadt.
Besonders brisant ist die Darstellung seines Personenschutzes. Das iranische Fernsehen zeigte auch Barrons Secret-Service-Begleiter und stellte deren vermeintliche Positionen im Verhältnis zum Studentenwohnheim dar. Ob diese Informationen tatsächlich aus iranischen Geheimdienstquellen stammen oder lediglich Teil der aufwendig produzierten Darstellung waren, blieb offen.
Drohungen gegen den Präsidenten
Iran International erinnerte daran, dass das iranische Staatsfernsehen bereits früher Beiträge über angebliche Bemühungen zur Aufklärung der Aufenthaltsorte von Donald Trump und dessen Ehefrau Melania ausgestrahlt hat. Zudem wurden von iranischer Seite wiederholt Drohungen gegen den US-Präsidenten und hochrangige Vertreter seiner Regierung ausgesprochen.
Trump selbst hat mehrfach erklärt, dass aus Teheran Drohungen gegen ihn kämen, ihn »zu ermorden oder einen Mordversuch« zu unternehmen. Im vergangenen Monat soll er nach einem Gipfeltreffen in Ankara auf dem Rückflug sogar kurzfristig das Flugzeug gewechselt haben. Israelische Geheimdienstinformationen hatten US-Behörden demnach vor einem möglichen iranischen Angriff auf die Air Force One gewarnt. Die CIA soll allerdings Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser Informationen geäußert haben.
Die Drohungen gegen Trump reichen bis zu seiner ersten Amtszeit zurück. Nachdem die USA 2020 den Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden, General Qassem Soleimani, getötet hatten, kündigte das iranische Regime wiederholt Vergeltung und die Tötung des US-Präsidenten an. Auch bei den jüngsten Trauerveranstaltungen für den getöteten obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei waren Forderungen nach Trumps Tod präsent.
Unabhängig von den nun erhobenen Vorwürfen gegen den Iran gab es in den vergangenen Jahren mehrere konkrete Bedrohungen und Anschlagspläne gegen Trump. Erst im vergangenen Monat wurden in den USA acht Männer wegen mutmaßlicher Mord- und Terrorverschwörung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, einen Anschlag auf Politiker und andere prominente Personen mit Verbindungen zu Israel geplant zu haben, darunter Trump, Vizepräsident JD Vance und Unternehmer Elon Musk. im