Nahost

Iran droht bei neuem Krieg mit Angriffen auf US-Ziele in Europa

Auf dem Teheraner Azadiplatz wird eine Rakete ausgestellt. Foto: picture alliance / Anadolu

Sollte die militärische Auseinandersetzung mit den USA erneut aufflammen, könnte Iran seine Vergeltungsaktionen deutlich über den Nahen Osten hinaus ausweiten. Nach einem Bericht der »Financial Times« erwägt das Mullah-Regime Angriffe auf US-Militärstützpunkte und andere amerikanische Einrichtungen in Europa.

Unter Berufung auf Personen aus dem Umfeld der iranischen Führung berichtet die britische Zeitung, mögliche Ziele könnten sich in Bulgarien oder auf Zypern befinden. Beide Länder verfügen über Militäranlagen, die von den USA für Truppen und militärisches Gerät genutzt werden können. Ein solcher Schritt würde die bisher vor allem auf den Nahen Osten konzentrierte iranische Reaktion erheblich ausweiten.

Teheran hat bereits während des Krieges gezeigt, dass es Ziele in großer Entfernung erreichen kann. Am 28. Februar begann die jüngste militärische Konfrontation. Iran feuerte dabei unter anderem eine Rakete in Richtung des US-Luftwaffenstützpunkts Diego Garcia im südlichen Indischen Ozean ab. Die Insel liegt rund 4000 Kilometer vom iranischen Staatsgebiet entfernt.

Kritische Infrastruktur

Militärexperten gehen allerdings davon aus, dass eine größere Reichweite mit Einschränkungen bei der Sprengkraft einhergehen könnte. Dadurch wäre das mögliche Schadenspotenzial eines solchen Angriffs begrenzt. Dennoch werteten Beobachter den Beschuss als Hinweis darauf, dass Teheran über die Fähigkeit verfügt, Ziele in deutlich größerer Entfernung als bislang im Nahen Osten anzugreifen.

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Iranische Insider sollen der »Financial Times« zufolge zugleich mit Angriffen auf kritische Infrastruktur gedroht haben. Dabei gehe es unter anderem um Unterseekabel im Bereich der Straße von Hormus. Eine Beschädigung dieser Glasfaserkabel könnte die internationale Telekommunikation erheblich beeinträchtigen.

Ein Vertreter des iranischen Regimes erklärte dem Bericht zufolge, Teheran kenne bei einer erneuten US-Attacke »keine Grenzen« für seine Reaktion. »Sollten die USA zu weit gehen, wird Iran sich um jeden Preis verteidigen, über die Region hinausgehen und auch Europa treffen«, wird die Person zitiert.

»Botschaft an Europa«

Ein zweiter Insider stellte einen möglichen Angriff auf Infrastruktur als entscheidenden Auslöser für eine Ausweitung des Krieges dar. Als Beleg für die Reichweite iranischer Raketen verwies er auf einen früheren Angriff auf Jordanien, bei dem drei US-Soldaten getötet worden seien.

»Das war auch eine Botschaft an Europa: Es kann Raketen abbekommen, also sollte es wissen, wo es in diesem Krieg stehen sollte«, sagte der Insider laut »Financial Times«. Ein »sehr großer Fehler«, etwa ein Angriff auf iranische Infrastruktur, könne dazu führen, dass sich der Krieg über den Nahen Osten hinaus ausbreite und Europa erreiche.

Israelische Vertreter warnen seit längerer Zeit davor, dass die iranischen militärischen Fähigkeiten nicht nur für Israel und die Staaten des Nahen Ostens eine Gefahr darstellen könnten. Die nun berichteten Überlegungen Teherans würden diese Befürchtungen auf eine neue Ebene heben. im

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