Künstliche Intelligenz

Sam Altmans ChatGPT zeigt ab heute Werbung

Hand zeigt ein Smartphone mit dem ChatGPT Logo vor rotem Hintergrund
Symbolbild Foto: picture alliance / SvenSimon

Für Millionen Nutzer von ChatGPT ändert sich von heute an die Nutzung des KI-Dienstes: OpenAI beginnt mit der Ausweitung seines Werbeprogramms auf Europa. Anzeigen sollen nach Auskunft des Unternehmens künftig auch innerhalb von Unterhaltungen mit dem Chatbot erscheinen.

Betroffen sind zunächst 31 europäische Länder, inklusive Deutschlands. Damit wächst die Zahl der Märkte, in denen OpenAI Werbung in ChatGPT testet oder ausspielt, auf insgesamt 40. In den USA hatte das Unternehmen im Februar mit dem Anzeigenprogramm begonnen. Danach folgten unter anderem Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea.

Die Werbung richtet sich ausschließlich an Nutzer der kostenlosen Version sowie des günstigeren Go-Tarifs. Abonnenten von Plus und Pro sowie Unternehmenskunden sollen dagegen weiterhin keine Anzeigen sehen. OpenAI will damit nach eigenen Angaben Werbetreibenden die Möglichkeit geben, Menschen genau dann zu erreichen, wenn sich diese informieren, verschiedene Angebote vergleichen oder eine Entscheidung treffen.

Werbung soll Antworten nicht beeinflussen

OpenAI betont zugleich, dass Anzeigen klar als solche gekennzeichnet und von den Antworten des Chatbots getrennt werden. Das von dem jüdischen Investor Sam Altman gegründete Unternehmen erklärt: »Anzeigen in ChatGPT sind immer eindeutig gekennzeichnet und von den Antworten von ChatGPT getrennt, und Werbung beeinflusst nicht die Antworten, die ChatGPT gibt.«

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Auch die Privatsphäre der Nutzer soll nach Angaben des Unternehmens geschützt bleiben. OpenAI versichert: »Gespräche bleiben vor Werbetreibenden privat und wir verkaufen niemals Kundendaten.«

Nutzer sollen zudem Einfluss darauf haben, in welchem Umfang Werbung personalisiert wird. Wer grundsätzlich keine Anzeigen sehen möchte, muss auf einen entsprechend teureren werbefreien Tarif ausweichen.

Sensible Themen

Das Werbemodell stößt allerdings seit seiner Ankündigung auf Kritik. Der demokratische US-Senator Ed Markey hatte im Januar 2026 gemeinsam mit anderen Politikern Bedenken geäußert. Er warnte unter anderem davor, dass die besondere Vertrauensbeziehung zwischen Nutzern und KI-Chatbots für gezielte Werbung ausgenutzt werden könnte. Besonders sensibel seien Gespräche über Gesundheit, psychische Probleme oder politische Themen.

In den USA sorgte die Einführung der Anzeigen für Diskussionen. Einige Nutzer kritisierten, dass Werbung zunächst auch im damals acht Dollar teuren Go-Tarif auftauchte. Sie argumentierten, dass ein kostenpflichtiges Angebot grundsätzlich werbefrei sein sollte.

Mit dem Start in Europa stellt sich zudem die Frage, wie die bestehenden EU-Regeln auf Werbung in KI-Chatbots angewendet werden. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem der AI Act. Dieser verbietet bestimmte Formen manipulativer oder unterschwelliger Techniken, insbesondere wenn dadurch die Schwächen von Menschen ausgenutzt und erhebliche Schäden verursacht werden. im

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