Debatte

Schramm unterstützt Knobloch in AfD-NSDAP-Vergleich

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, unterstützt die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, in ihrem Vergleich von AfD und NSDAP. Knoblochs Warnung vor Parallelen zum Aufstieg des Nationalsozialismus sei angesichts des wachsenden Rechtsextremismus ernst zu nehmen, erklärte er am Freitag in Erfurt. Zugleich rief er dazu auf, bei den bevorstehenden Wahlen in Ostdeutschland demokratische Parteien zu wählen.

Knobloch hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten »stern«-Interview unter anderem gesagt, sie sehe bei der AfD »in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen ist«. Auch die NSDAP habe »einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist«.

Relativierung von NS-Verbrechen ist Warnzeichen

Schramm verwies auf Knoblochs Erfahrungen als Holocaust-Überlebende. Ihre Ängste und Warnungen dürften nicht als bloße politische Auseinandersetzung abgetan werden, betonte er. Der historische Aufstieg der NSDAP und der anschließende Weg Deutschlands zur Diktatur und zum Holocaust zeigten, welche Folgen die schrittweise Normalisierung rechtsextremer Positionen haben könne.

Der Vergleich bedeute keine Gleichsetzung, erklärte Schramm. Er lenke den Blick auf mögliche Parallelen in der politischen Entwicklung und auf die Gefahren einer zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz rechtsextremer Positionen. Die Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen und die Infragestellung der deutschen Erinnerungskultur seien Warnzeichen. Die Lehren aus der deutschen Geschichte dürften nicht verblassen. epd

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