Teheran

Erneut Hinrichtung nach Massenprotesten im Iran

Gegner des Mullah-Regimes protestieren in Berlin gegen die Todesstrafe (Archivbild) Foto: IMAGO/Future Image

Im Iran ist erneut ein Mann im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden. Das Todesurteil sei am Sonntagmorgen vollstreckt worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan. 

Der Mann war demnach im Januar nahe der Stadt Karaj im Norden des Landes festgenommen worden. Die Justiz warf ihm vor, für Israel, die USA und feindliche Gruppen tätig gewesen zu sein, und gegen die Sicherheit und die nationalen Interessen des Irans gearbeitet zu haben. 

Die Demonstrationen im vergangenen Winter waren angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.

Erst am Donnerstag Hinrichtung wegen Protesten

Die Behörden gaben laut Misan an, bei der Festnahme des Mannes unter anderem eine Schusswaffe beschlagnahmt zu haben, die er bei den Protesten abgefeuert haben soll. Der Beschuldigte habe die Vorwürfe zurückgewiesen.

Erst am Donnerstag hatten die iranischen Behörden einen Mann im Kontext der Massenproteste hingerichtet. 

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Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Dabei nutzen die Behörden oft vage formulierte Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung. 

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste seit 1981 verzeichnete Wert. dpa

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