Sachsen-Anhalt

Magdeburger CDU-Abgeordneter offen für Gespräche mit Linken

Tobias Krull (CDU) spricht zu den Delegierten der Landesvertreterversammlung der CDU. Foto: picture alliance/dpa

Angesichts einer möglicherweise schwierigen Regierungsbildung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kann sich der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Krull Gespräche mit der Linken vorstellen. »Es wird Formen der Zusammenarbeit geben müssen aus meiner Perspektive«, sagte Krull bei einer Podiumsdiskussion beim CSD in Magdeburg. »Da werden Gespräche notwendig sein.« Eine Koalition in Form einer gemeinsamen Regierungsbildung könne er sich aber nicht vorstellen.

Krull ist seit zehn Jahren Landtagsabgeordneter der CDU in Sachsen-Anhalt und Direktkandidat der Partei in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Die Debatte ist in Sachsen-Anhalt nicht ganz neu. Auch der sachsen-anhaltische CDU-Landesvize André Schröder sah zuletzt im Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU kein Problem für eine Zusammenarbeit mit den Linken. Der Beschluss besage, dass es keine institutionelle und strategische Zusammenarbeit mit AfD und Linken gebe, sagte Schröder im Mai. Im Einzelfall sei das Abstimmungsverhalten davon nicht tangiert. Zwei frühere CDU-Chefs warnten die Partei dagegen kürzlich vor einer Tolerierung durch die Linke.

Schwierige Regierungsbildung erwartet

Hintergrund sind die komplizierten Mehrheitsverhältnisse, die sich nach der Landtagswahl am 6. September ergeben könnten. Nach Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt deutlich vorn. Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP hätte demnach derzeit keine sichere Mehrheit. Eine mögliche CDU-geführte Minderheitsregierung könnte dann auch auf Stimmen der Linken angewiesen sein, ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. Die Linke lag in Umfragen zuletzt um 13 Prozent. 

Lesen Sie auch

CDU-Ministerpräsident Sven Schulze äußerte sich am Samstagabend zurückhaltender. Selbstverständlich spreche er politisch mit allen Richtungen. »Nur ich werde nicht mit ganz links und ganz rechts hier eine Regierung in irgendeiner Form bilden in Sachsen-Anhalt.« Das heiße aber nicht, dass es nicht Themen gebe, bei denen es Überschneidungen gebe. dpa

Landtagswahlen

Umfrage: Jeder Zweite hält die AfD für rechtsextrem

Brandmauer? Parteiverbot? Über den richtigen Umgang mit der AfD sind sich die Menschen uneins. Das Insa-Institut hat gefragt, was sie über die Partei denken

 23.08.2026

Debatte

Schramm unterstützt Knobloch in AfD-NSDAP-Vergleich

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor einer Normalisierung rechtsextremer Positionen. Der wachsende zeitliche Abstand zur NS-Zeit dürfe nicht dazu führen, dass die Lehren aus der Geschichte verblassen, betont er

 23.08.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter befürwortet schärferes Strafrecht

Felix Klein fordert unter anderem härtere Strafen für die Unterstützung der Hamas auf Demonstrationen. Und auch an den Schulen müsse sich etwas ändern

 23.08.2026

Deutschland

Weil er sich israelsolidarisch äußerte: Mann wird mit Cuttermesser an Berliner U-Bahnhof angegriffen

Die Hintergründe

 22.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Erfurt

Deutsch-israelischer Jugendaustausch kommt nicht voran

Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse sieht strukturelle und politische Gründe. Auch ein Austauschprogramm stockt

von Matthias Thüsing  21.08.2026

Wahlkampf der AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund

Magdeburg

Wie sich die AfD auf eine mögliche Regierung vorbereitet

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte der rechtsextremistischen AfD erstmals den Weg in eine Landesregierung öffnen. Mit Schulungen, einem Personalpool und Hilfe aus Österreich bereitet sie sich seit langem darauf vor

von Jörg Ratzsch  21.08.2026

Berlin

Bezirk prüft Entzug der Zulassung von antisemitischem Influencer als Berufsbetreuer

Auf Instagram verbreitet er Judenhass und Verschwörungsmythen, im Job soll er Berufstätige mit Herausforderungen betreuen. Passt das zusammen?

 21.08.2026