Glosse

Ein Clan-Chef als Antisemitismusbeauftragter!

Warum nur regen sich alle über den Besuch von Issa Remmo am Sonntagabend bei zwei Wahlpartys der »Linken« in Berlin auf? Den Clan-Chef kennt in der Partei doch niemand persönlich gut – auch wenn sein Sohn Firas Remmo am Montag einen Screenshot eines Instagram-Chats veröffentlicht hat, in dem der Remmo-Spross den Linken-Bundestagsabgeordneten für Berlin-Neukölln, Ferat Koçak, »Bruder« nennt und dafür von dem Parlamentarier ein Herz-Emoji erntet.

(Koçak hat sich mittlerweile in einem Statement gegenüber der »taz« für den Chat entschuldigt: Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, seien »durch nichts zu rechtfertigen«.)

Leider keine Beamtenlaufbahn

Aber Issa Remmo könnte ein drängendes Personalproblem in Berlin lösen. Zum Beispiel ist die Stelle eines Antisemitismusbeauftragten für die Hochschulen der Hauptstadt schon fast zwei Jahre nicht besetzt worden. Doch hat das Oberhaupt einer berüchtigten deutsch-arabischen Großfamilie leider keine Beamtenlaufbahn vorzuweisen, weswegen er als Kandidat für einen universitären Bereich wohl  ausfallen muss.

Egal, Remmo sollte ohnehin lieber Antisemitismusbeauftragter der Berliner Linken werden. Für irgendeinen Job scheint sich das Oberhaupt einer berüchtigten deutsch-arabischen Großfamilie jedenfalls schon warmzulaufen: »Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt«, sagte er am Sonntagabend in einem Interview mit der Berliner Morgenpost.

Ein Persilschein erster Güte! Das dürfte die Herzen derjenigen Grünen und Sozialdemokraten höherschlagen lassen, die nur zu gerne eine »progressive« Regierung bilden wollen und sich jetzt mit lästigen Antisemitismusdebatten herumschlagen müssen. So forderte Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr von der Linken eine eindeutige Distanzierung von Judenhass, bevor letztere als Koalitionspartner infrage komme. Die Linken-Frontfrau Elif Eralp distanziert sich zwar im Stundentakt von Antisemitismus und gibt »Schutzversprechen« für Minderheiten ab, scheint aber ihre eigene Partei nicht ganz im Griff zu haben.

Falls sich nicht zehn Gerechte bei den Grünen und Sozialdemokraten Berlins finden, die unter »progressiv« etwas anderes verstehen als die Linke, wird das Schicksal unserer Stadt dank nützlicher Idiotinnen und Idioten seinen Lauf nehmen.

Jemand muss ihr also helfen. Womit wir wieder bei Issa Remmo wären. Denn alle Berliner verdienen eine Chance auf Resozialisierung! Warum sollte einem Clan-Chef diese Option verwehrt bleiben, warum sollte sich Remmo bei Wahlpartys im Backstage-Bereich der Linken herumdrücken müssen, nur, weil er Araber ist? Ist das nicht eindeutig antilibanesischer Rassismus? Die Linke sollte endlich mit Privilegien in den eigenen Reihen aufräumen.

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Und wieso müssen wir Juden immer auf solchen Kleinigkeiten herumreiten wie dem Auftritt von Ibrahim Ibrahim, Unterstützer der Terrororganisation »Volksfront zur Befreiung Palästinas« (PFLP), bei der Linken-Wahlparty in Neukölln? Ein Mann, der Yahya Sinwar, Mastermind des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 in Israel, laut der Organisation democ als »standhaften Führer« und »Märtyrerhelden« bezeichnet hat?

Was sind schon 1000 tote Juden? Es geht um die Zukunft Berlins! Issa Remmo könnte dazu beitragen, das ständige Gequengel und die ewigen Forderungen nach Distanzierungen von Antisemitismus ein für alle Mal abzuschmettern, was die Sondierungsgespräche beschleunigen würde. Elif Eralp könnte sich endlich wichtigen Themen widmen wie der von der Linken beabsichtigen Kürzung von Personal bei der Polizei. »Defund the police!« Damit Berlin endlich wieder stabile Verhältnisse bekommt!

Menschen wie Remmo werden in unserer Hauptstadt dringend gebraucht, wenn zukünftig Sozialarbeiter Polizisten ersetzen sollen. Bleibt nur die Frage: Wer soll unsere Synagogen schützen? Am Sonntagabend, kurz vor Beginn von Jom Kippur, wurde in Kanada ein Anschlag mit Schusswaffen auf eine Synagoge verübt. Der Polizist, der vor dem Gotteshaus stand, bezahlte seinen Einsatz mit seinem Leben.

Auch in Berlin stehen Polizisten vor unseren Gotteshäusern. Aber warum müssen die Juden immer Ängste schüren? Wenn Elif Eralp unsere Schutzpatronin und Issa Remmo ihr Antisemitismusbeauftragter wird, brauchen wir gar keine Polizei mehr. Denn Elifs »Berlin für alle« wird ein Reich der Liebe und Toleranz sein.

Zum Schluss habe ich deshalb einen weiteren Personalvorschlag für die Zeit des Übergangs ins Hauptstadtparadies: Arafat Abou-Chaker muss Polizeipräsident werden! Auch wenn wir nun definitiv wissen, dass die Berliner Linke »Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt« ist, brauchen wir angesichts der bald zu erwartenden Verschärfung der Personalknappheit echte Männer bei der Polizei, die uns verteidigen, falls zufällig ein Attentäter um die Ecke kommt, der das anders sieht.

Die Mehrheit der Migranten in Berlin hat mit Extremismus nichts am Hut

Dem Clan-Chef und ehemaligen Bushido-Manager Abou-Chaker werden Sympathien für Islamismus und Salafismus nachgesagt, aber Stopp, wir wollten doch nicht so kleinlich sein.

Die Mehrheit der Migrantinnen und Migranten in Berlin hat mit Extremismus nichts am Hut. Aber deswegen Salafisten ausgrenzen? Geht gar nicht in einem »Berlin für alle«. Und wenn es mit dem Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof nichts wird, kann Arafat Abou-Chaker auch erst einmal in Neukölln anfangen. Denn in Zukunft gilt für die Hauptstadt: Neukölln ist überall!

Also: Freut euch, ihr Juden! Freut euch, nichtjüdische Berliner! Alles wird gut! Und falls sich nicht zehn Gerechte bei den Grünen und Sozialdemokraten in Berlin finden, die unter »progressiv« etwas anderes verstehen als die Linke, wird das Schicksal dank nützlicher Idiotinnen und Idioten seinen Lauf nehmen. Berlin wird cool! So cool wie New York! Oder wie Ernst Reuter, erster Regierender Bürgermeister von Berlin schon 1948 sagte: »Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!«

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