EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

André Anchuelo

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026 11:50 Uhr

Erneut sollte es zum großen Showdown kommen, doch wie schon vor einer Woche hieß es auch diesen Dienstagabend: Außer Spesen nichts gewesen. Die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus war zusammengekommen, um ihren Umgang mit Vanessa Emde zu klären. Die Neuköllner Abgeordnete hatte bekanntlich Israels Existenzrecht infrage gestellt, dann gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen eine Erklärung unterschrieben, die sich zum Existenzrecht Israels bekennt, um anschließend erneut Israel das Existenzrecht abzusprechen.

Vergangene Woche sollte Emde sich vor ihrer Fraktion erklären – und meldete sich kurzfristig krank. Diesmal war sie da, doch herausgekommen ist wieder nichts. Man sehe »weiterhin keine gemeinsame Arbeitsgrundlage mit der Abgeordneten«, hieß es in dürren Worten von einem Sprecher. Konsequenzen? Fehlanzeige. Das weitere Vorgehen werde »in den Gremien besprochen und beschlossen«. Doch die zuständigen Gremien hatten ja gerade den ganzen Tag getagt.

Wie lange die Koalitionspartner in spe, Grüne und SPD, sich dieses traurige Schauspiel noch ansehen werden, ist offen. Klar ist: Es geht längst nicht mehr nur um Israel. »Die Linke« in Berlin zeigt sich nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich immer mehr als eine Partei, die nicht regierungsfähig ist. Ihre radikal-oppositionelle Strömung (LAG Palästinasolidarität, Kreisverband Neukölln, die »Linke in der Linken« und ähnliche), die ohnehin kein Interesse an konstruktiver Regierungsarbeit hat, dürfte sich über den neuerlichen »kleinen Geländegewinn« (Emde) umso mehr freuen.

anchuelo@juedische-allgemeine.de

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Glosse

Beim »Spiegel« kann man jetzt mit der Nazi-Kartei chatten

Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat nachgelegt: Nun gibt es einen Chatbot, mit dessen Hilfe der Leser mit der NSDAP-Mitgliederkartei interagieren kann. Dafür verdient der »Spiegel« Lob, Grimme-Preis und Dank, findet unser Autor

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  20.10.2026

Kommentar

Eine unheilvolle Allianz

Wenn wie in Frankreich die radikale Linke und Islamisten Juden für Israels Politik verantwortlich machen, ist eine Grenze überschritten

von Simone Rodan  20.10.2026

Elif Eralp

Meinung

Sprengsatz im Berliner Kessel

Was brodelt in der Berliner Linken – und warum wollen SPD und Grüne mit ihr regieren?

von Peter Hesse  19.10.2026

Kommentar

Demokratie braucht Pressefreiheit

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026

Meinung

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026