Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Lena Dunham hat in der Talkshow The View über ihr neues Buch Famesick und die sehr persönlichen Erfahrungen, die darin verarbeitet sind, gesprochen. Allein schon der Titel spiele darauf an, dass Ruhm und Bekanntheit eben nicht ausschließlich ein gutes Gefühl mit sich bringen, sondern dass beides auch krank machen kann. Es gehe um Obsessionen, Körperbilder und den Umgang mit Ruhm, erklärte Dunham. »Ich wollte ehrlich darüber schreiben, wie widersprüchlich sich Erfolg anfühlen kann«, sagte sie. Gleichzeitig sei das Buch auch ein Versuch gewesen, sich selbst besser zu verstehen. Gerade diese Offenheit mache das Schreiben für sie unverzichtbar.

Noga Erez hat ihren Auftritt beim »Coachella Festival« im kalifornischen Indio für eine kurze politische Ansprache genutzt. Sie rief das Publikum dazu auf, Mitgefühl zu zeigen und sich gegen Gewalt und Polarisierung zu stellen. Erez betonte, wie wichtig Dialog, Empathie und gegenseitiges Verständnis in angespannten Zeiten seien. Gleichzeitig appellierte sie an die Verantwortung von Künstlern, ihre Plattformen für Menschlichkeit zu nutzen. Die kurze Rede kam offenbar gut an, denn das Publikum applaudierte der israelischen Sängerin.

Lesen Sie auch

Boy George will nicht nur beim Eurovision Song Contest auftreten, sondern zählt auch zu den Künstlern, die Israel unterstützen. Wie in der vergangenen Woche. Der Musiker veröffentlichte einen Post bei »X«, in dem er schrieb: »Es ist gerade total angesagt, Israel zu hassen, aber ich habe immer gesagt: ›Mode ist was für die Schwachen, Stil ist was für die Mutigen.‹« George war neben Gene Simmons von Kiss einer der Künstler, die den offenen Brief der Organisation »Creative Community For Peace« unterschrieben haben, in dem sie die vereinende Kraft der Musik betonen.

Shantel und das Dokumentarfilm-Projekt »60sec.mentsh« ist Special Guest beim Paul-Spiegel-Filmfestival »Jüdische Welten«. »60sec.mentsh« stellt in 60-Sekunden-Filmen Menschen vor, die sich mit Judentum, Kunst und Gesellschaft auseinandersetzen. Es gibt auch ein Ensemble namens »Mentsh United«, mit dem Shantel zudem gerade auf Deutschland-Tour ist.

Bei den diesjährigen »Time«-100 dominieren aus jüdischer Sicht vor allem Namen aus Film, Fernsehen und Musik. Auf der Liste stehen die Schauspielerin Kate Hudson, ihr Kollege Ben Stiller sowie Noah Wyle, der seit Jahrzehnten zu den bekanntesten TV-Gesichtern der USA zählt. Auch Sänger Noah Kahan wurde aufgenommen. Neben den Stars würdigte das Magazin zudem mehrere prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, darunter Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum, Designer Ralph Lauren sowie die KI-Unternehmer Dario und Daniela Amodei.

Lesen Sie auch

Timothée Chalamet hat der Opernwelt unfreiwillig einen PR-Schub beschert. Nachdem der Hollywood-Star mit skeptischen Bemerkungen über Oper und Ballett eine Debatte ausgelöst hatte, meldete das Royal Ballet and Opera deutlich bessere Ticketverkäufe. Intendant Alex Beard sprach von einer »fantastischen« Entwicklung und bedankte sich mit den Worten: »Also danke, Timmy!« Chalamet hatte gesagt, niemand interessiere sich für Ballett oder die Oper, aber betont, er habe Respekt für alle Kollegen, die in diesen Bereichen arbeiteten.

Scarlett Johansson blickt kritisch auf ihre Anfangsjahre in Hollywood zurück. Die 41-jährige Schauspielerin sagte dem US-Sender CBS, junge Darstellerinnen hätten heute deutlich mehr Chancen auf vielschichtige Rollen als zu Beginn ihrer Karriere. »Ich glaube, dass es heute für junge Schauspieler viel mehr Rollen gibt, die ihnen mehr Selbstbestimmung ermöglichen, als in meinen Zwanzigern.« Damals seien Frauenrollen oft auf Klischees reduziert gewesen – etwa als »die andere Frau« oder Affäre. Einen Ausweg fand Johansson nach eigenen Worten auf der Theaterbühne in New York.

Bayreuther Festspiele

Michel Friedman in Bayreuth: Neue Ära der Aufarbeitung beginnt

Um offen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit umzugehen, haben die Bayreuther Festspiele Michel Friedman als Redner eingeladen. Der Publizist rief eine neue Ära des Erinnerns aus

 26.07.2026

»Imanuels Interpreten« (24)

Harry Connick Jr.: Das Wunderkind

Mit drei Jahren spielt er Klavier, mit fünf tritt er öffentlich auf, mit neun interpretiert er Beethoven als Solist mit Orchester

von Imanuel Marcus  26.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Schon 200? Happy Birthday, Fotografie!

von Katrin Richter  26.07.2026

Los Angeles

Kate Hudson bekommt »Walk of Fame«-Stern

Die jüdische Schauspielerin ist einer von 33 Stars, die eine Ehrung auf dem Hollywood Boulevard erhalten sollen

 24.07.2026

London

Gal Gadot spielt Hauptrolle in rasantem Thriller »The Runner«

Gadot spielt die erfolgreiche Wirtschaftsanwältin Maia Marten, deren Leben aus den Fugen gerät, als ihr Sohn entführt wird

 23.07.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Chicago

Heavy-Metal-Auftritt: William Shatner geht mit 95 auf die Bühne

Mit seiner Gruppe The *uckers hat der jüdische Schauspieler und Musiker auch sein erstes Album aufgenommen. Der Titel: »What the F Is Heavy Metal«

 23.07.2026

Kulturkolumne

Kampf um eine schwarze Puppe

Erinnerungen an einen gar nicht idyllischen Sommerurlaub in Österreich in den 60er-Jahren

von Maria Ossowski  23.07.2026